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Version 2.0 vom 28.02.2008
 

smc Pentax-A 135mm/F2,8

Das smc Pentax-A 135mm/F2,8 ist eine sehr schöne und am 24x36mm Kleinbild häufig einsetzbare Festbrennweite, gewissermaßen ein echter Klassiker unter den Teleobjektiven. Durch den APS-C-Faktor an den aktuellen DSLRs entspricht es vom Bildwinkel dort etwa einem Teleobjektiv mit 200mm an Kleinbild - und damit leider häufig schon eher ein Tacken zu viel Tele... Dennoch ist es durch seinen kompakten, leichten Aufbau nach wie vor ein sehr interessantes Objektiv, zumal ein "echtes" 2,8/200 an Kleinbild preislich und konstruktiv in einer ganz anderen Liga spielt.
Mechanisch ist das smc Pentax-A 135mm/F2,8 guter Pentax-Standard, weitgehend noch aus metall gefertigt und einer (sehr praktischen) eingebauten, ausziehbaren Gegenlichtblende aus Kunstoff.
Optisch ist das mit 4 Linsen recht einfach aufgebaute Objektiv insgesamt gut bis sehr gut, allerdings erst ab Blende 8 ist es scharf auch bis in den äußeren Randbereich. Etwas merkwürdig jedoch ist, dass das Objektiv bei F3,4/F4 sogar schwächer erscheint als bei F2,8 (sichtbar an den Testfiguren wie auch der JPG-Größe) und erst ab F5,6 merklich zulegt. Weil das doch sehr ungewöhnlich ist, habe ich den Test einige Tage später komplett wiederholt (siehe Messreihe 1 + 2 im Blendenchart weiter unten), mit nahezu identischem Ergebnis. Ein Fehler im Versuchsaufbau bzw. bei den Aufnahmen kann so mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, es ist tatsächlich eine Eigenschaft des Objektivs! Eine genauere Analyse zeigt im wesentlichen zwei Ursachen hierfür:
1) Die RAW-Datei fällt bei F2,8 und automatischer(!) Blendesteuerung (wie z.B. bei Einstellung  "P" oder "Av" an der Kamera) deutlich (und reproduzierbar) zu dunkel aus, sodaß im RAW-Konverter eine Anpassung der Bildhelligkeit sinnvoll ist. Dies führt aber auch zu einem leicht verstärktem Rauschen und somit auch zu einer größeren JPG-Datei. Die vermeindlich bessere Bildqualität bei F2,8 mit Blick auf die JPG-Größe ist also im wesentlichen auf erhöhtes Rauschen zurückzuführen! Real ist die Bildqualität, wie die Liniendiagramme zeigen, in etwa mit der bei F4 vergleichbar.
2) Der Blick auf die Testfiguren zeigt also, dass das Objektiv bei Abblenden auf F4 gegenüber F2,8 nicht besser wird - dies kann als Hinweis auf ein nicht bzw. nur mangelhaft korrigierter Öffnungsfehler gedeutet werden. Da hat Pentax die Sparsamkeit in der optischen Konstruktion wohl doch etwas übertrieben... :-(
Gegenüber dem älteren (weil analog und an digital sichtbar besseren!) SMC Pentax 135mm/F2,5 ist es optisch daher eher ein technologischer Rückschritt. Das geringe Gewicht und die kompakten Abmessungen hingegen sind ein Pluspunkt für das A.
Interessant wäre natürlich ein direkter Vergleich zum neuen F- bzw. FA-135/F2,8 - einer echten, aufwändigen Neukonstruktion mit Innenfocusierung - den ich allerdings mangels Objektiv bis auf weiteres leider schuldig bleiben muss... ;-)   
 

  
praktisch Verzeichnungsfrei                                                                            Normierte JPG-Dateigröße in Abhängigkeit von der Blende; rot:  
                                                                                                                     Messreihe 1, blau: Messreihe 2, dort zusätzlich noch mit F3,4

F2,8                                                     F4                                                      F8