Inhalt:
Schalten ohne Kupplung
...ist mit etwas Übung bei der XT überhaupt kein
Problem!
Warum ohne Kupplung schalten ?
Das hat im wesentlichen zwei Vorteile: 1. die Gänge "sitzen"
richtig (und fliegen nicht mehr einfach raus; das schont nicht nur die
Kupplung, sondern auch Motor, Getriebe und Nerven erheblich!) und 2. es
geht deutlich schneller.
Wie funktioniert das ganze?
In erster Linie ist es eine reine Kopfsache (Überwindung!)
gepaart
mit etwas Übung:
Hochschalten ohne Kupplung geht im Grunde genauso
wie mit - ganz
kurz vom Gas runter und dabei den Schalthebel leicht nach oben
drücken. Üben kann man das wie folgt: beim Schalten
die
Kupplung einfach immer weniger ziehen, bis man sie quasi nur noch
"antippt" - dann kann man getrost seine Finger auch am Griff lassen.
Runterschalten geht - man mag es kaum glauben -
weicher als
hochschalten! Ein kräftiger (aber extrem kurzer!)
Gasstoß
und dabei den Schalthebel leicht belasten und - schwups - wie von
Geisterhand ist der nächst kleinere Gang drin; wenn man das
richtig beherrscht spürt man vom Gangwechsel fast gar nichts!
Ich
gebe es offen zu: Runterschalten ohne Kupplung kostet denoch weit mehr
Überwindung als Hochschalten.
Noch ein paar Tipps am Rande: die unteren
Gänge (1 und 2)
sind mit Abstand am schwierigsten, da braucht man viel Gefühl;
ab
3 aufwärts geht es hingegen sehr leicht. Auch tut man sich
beim
Hochschalten leichter, wenn man insgesamt kräftig
beschleunigt:
dann ist das "Timing" einfacher und die Gänge gehen satt rein.
Runterschalten geht mit etwas Übung sogar bis in den ersten
Gang
(und von da aus dann in den Leerlauf, hierbei aber kein Gas geben
sondern nur leicht anlupfen!).
Ach ja - für den Fall das es Probleme geben sollte: es
versteht
sich von selbst daß das jeder auf eigenes Risiko macht!
Zur Erläuterung:
Wem ist das noch nicht passiert: eine geile rechts-links-Kombination
tut sich vor einem auf und kein Verkehr weit und breit - sprich: man
beschleunigt durch die
Kurven was die Karre hergibt, prügelt die Gänge durch
und
plötzlich passiert es: der Gang springt raus! Der Motor heult
auf,
der Drehzahlmesser hängt irgendwo am Anschlag und ein
Scheissgefühl macht
sich in der Magengegend breit, weil das dem Motor nicht gerade gut tut.
Was ist passiert ? Ganz einfach: der Gang war nicht ganz drin, das
Zahnradpaar der Gangstufe X fluchtet nicht exakt, die Schaltwelle kann
die Position der Getrieberäder nicht mehr halten und - flupps
-
isser drausen, die Zahnräder greifen ins Leere. Deshalb habe
ich
mir für "schnellere" Strecken das Schalten ohne Kupplung
antrainiert und es geht wunderbar - mir fliegen jedenfalls so schnell
keine Gänge mehr raus :-)
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Kettenschmierung, Teil 3
Zum Thema Trockenschmiermittel "Dry-Lube" & Co
Nach nunmehr 2x(!) 20.000 km Test komme ich - kurz und
bündig -
nur zu einem Schluß: die ganzen Trockenschmiermittel (wie
z.B.
"Dry-Lube" & Co.) sind für Motorradketten
rausgeschmissenes
Geld!
Wer es noch nicht gelesen hat bzw. von dort kommt:
Kettenschmierung,
Teil 1, ist quasi die Einführung zu diesem Thema.
Die besagten Mittel bieten laut Hersteller eine gewisse
(oberflächliche) Schmierwirkung ohne zu kleben und Schmutz zu
binden und sollten demnach eigentlich gerade für Enduros
optimal
sein (z.B. für Reisen in die Sahara). Andererseits aber ist
das
mit der
oberflächlichen Schmierwirkung
wörtlich zu
nehmen: Die Mittel werden i.d.R. durch aufsprühen auf die
Kette
gebracht wo das Treib- und Lösemittel sehr schnell verdampft
und
den Wirkstoff auf der Metalloberfläche
zurückläßt.
Dieser Wirkstoff verhindert nun den direkten Metall- auf Metallkontakt
zwischen den Kettenröllchen und dem Ritzel bzw. Kettenrad. Das
ist
soweit ja auch gut und unstrittig und erfüllt damit auf dem
ersten
Blick seinen Zweck.
ABER: hat das Zeug denn überhaupt eine Chance auch ordentlich
unter
die Kettenröllchen zu kriechen und an dieser ebenso wichtigen
Stelle zu schmieren?? Ich habe da erhebliche Zweifel... Und
dann
ist das Sprüh-Zeug zu allem Überfluß auch
noch sauteuer
!
Ein noch weitaus
größeres
Problem entsteht nach meiner Erfahrung an den O-Ringen:
die
O-Ringe der Kette verspröden mit der Zeit und dichten dann
nicht
mehr ab (das läßt sich an meinen alten Ketten sehr
gut
beobachten!). Spätestens jetzt ergibt sich ein schleichender
aber
stetiger Verlust des Kettenfettes, welches sich normalerweise INNERHALB
der Konstruktion befindet. Wenn das passiert, verschleißt
wegen
dem Mangel an Schmierung zwischen den Gliedern die Kette innerhalb
kürzester Zeit! (Mal sehen, vieleicht gelingt mir mal ein
aussagekräftiges Bild meiner alten Kette). Ist dieser Fall
einmal
eingetreten, hilft auch noch so viel High-Tech-Schmiemittel nichts mehr!
Nimmt man aber zur Kettenschmierung z.B. hochviskoses
Getriebeöl
(was ich ja auch schon lange predige

)
hat man hingegen einige
wichtige Vorteile:
1) Die Austrocknung und Versprödung der O-Ringe wird
verzögert (und das ist - neben der richtigen Kettenspannung -
für die Lebensdauer entscheidend!!)
2) Die Kettenröllchen werden auch besser "von innen" geschmiert
3) Falls die O-Ringe durchlässig werden gelangt das
Öl auch
zwischen
die Glieder und bremst den Verschleiß
4) Das Öl - dünn aufgetragen - bindet ebenfalls kaum
Schmutz/Staub (überschüssiges Öl + Dreck
wird
abgeschleudert und kann ggf. mit einem Lappen ganz einfach von der
Felge gewischt werden)
5) Es ist unschlagbar billig und ergiebig! Meine 250ml-Flasche
Öl
(SAE 75) für ´dreifuffzich´ hat bestimmt
15 Jahre gehalten...!
Einer der Hauptgründe für die Verwendung von den
Trockenschmiemitteln gegenüber dem klassischen Kettenspray ist
natürlich die "saubere" Anwendung - länger halten tut
die
Kette deshalb noch lange nicht! Aber: ein bischen Getrieböl
auf
der Felge ist mit nem Lappen auch
nulkommanix weggewischt...
Das Kettenölen läßt sich übrigens
auch recht
elegant automatisieren, z.B. mit dem "Scot-Oiler" u.ä. Dieses
(übrigens recht kleine) Teil wir fest am Motorrad angebaut und
versorgt die Kette während des Fahrens langsam aber
stetig
(Menge einstellbar) mit Öl.
Fazit: Von mir aus können die mit dem "weltraumerprobten" Zeug
bis
zum Mars fliegen, fürs Mopped ist es jedenfalls nach meinem
dafürhalten nix
gescheites.
Bei mir gibt es ab sofort wieder und nur noch Getriebeöl
für
die Kette - die übrigens mittlerweile wieder über
30.000km
aufm Buckel hat und sich immer noch bester Gesundheit erfreut!
Hintergrund: ausgerechnet während
unseres Urlaubes
im Mai 2002 hauchte meine Kette ihr Leben aus: so mußte ich
die
Kette innerhalb eine Strecke von ca. 2.000km um insgesamt 7(!!) Stufen
nachspannen. Logisch war die völlig fertig, das Kettenblatt
sah
auch entsprechend aus. Ein derart rapiden Verfall habe ich noch nie
zuvor beobachtet. Trotz (oder gerade wegen?) kleiner "Dry-Lub"-Flasche
im Urlaubsgepäck stand ich dem Kettensterben absolut machtlos
gegenüber. Gesamtlaufleistung des original(!)
Yamaha-Kettenkitts:
ca. 20.000km. Zum Vergleich: der Kit davor (mit meiner
"Getriebölschmierung") ist 40.000km alt geworden...
Nach ebenfalls ziemlich genau 20.000km und
regelmäßiger
Trockenschmierung war auch der Kettenkit von Silvias XT völlig
fertig.
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Werkzeug und
Ersatzteile auf Reisen
Werkzeug und Ersatzteile - oder: was man benötigt hat
man -
wenns drauf ankommt - eh nicht dabei...
Kaum etwas dürfte so individuell sein wie das insbesondere auf
Reisen mitgeführte Werkzeug und Ersatzteile. Das kommt gewiss
nicht von ungefähr: schließlich entscheiden eine
Menge
Faktoren darüber, was auf einer Reise an Ausrüstung
Werkzeug
und Ersatzteilen letztendlich sinnvoll ist. Solche Faktoren sind z.B.:
ganz wichtig natürlich das Fahrzeug selbst, Art und Dauer der
Reise, das Reiseziel, ob in der Gruppe oder alleine, Begleitfahrzeug
oder nicht, uvm. Auch persönliche Erfahrungen und Vorlieben
spielen eine wichtige Rolle. Das heist aber auch: JEDE Reise
benötigt eine individuelle Zusammenstellung dieser Komponenten!
Hilfreich erscheint mir eine Unterteilung in 3
Ausrüstungs-Gruppen:
1) Standard/Minimal-Ausrüstung (hat man IMMER dabei!)
2) Ergänzungsausrüstung I "Standardreise" (z.B.
innerhalb
Europas)
3) Ergänzungsausrüstung II "Fernreise / Extremreise"
(z.B.
Sahara, Weltreise)
Je nach Vorhaben wird die Standard-Ausrüstung dann einfach um
weitere Teile ergänzt.
Ich persönlich beschränke mich auf so wenig "Klimbim"
wie
möglich - schließlich will das ganze (zum Teil ja
schwere!)
Geraffel ZUSÄTZLICH zum normalen Gepäck auch noch
irgendwo
untergebracht werden. Und frei nach Murphy: im Zweifel geht immer
gerade das kaputt was man nicht dabei hat, und wenns die eigene Knochen
sind (-> Schutzbrief, Krankenrücktransport!!!)
Für eine grobe Abschätzung, was an Werkzeug und
Ersatzteilen
sinnvollerweise mitzunehmen ist , mögen zwei einfache Fragen
dienen:
1) Was kann mit welcher Wahrscheinlichkeit kaputtgehen und wie
groß ist der Aufwand einer Reparatur?
2) Was benötige ich an Werkzeug und Ersatzteile um den Schaden
zu
beheben?
Ich persönlich konzentriere mich bei der Wahl des Werkzeuges
und
Ersatzteile auf die Probleme, die nach meiner Erfahrung am
wahrscheinlichsten auftreten, z.B.:
- platte Reifen
- verbogene/abgebrochene Hebel für Kupplung,
Schaltung, Bremse
(durch Sturz)
- leckgeschlagene/eingerissene Gehäusedeckel
(durch Steine
oder
- reingedrückte Schalt-/Bremspedal bei Sturz)
- gerissene Seilzüge (Gas, Kupplung)
- gebrochene Speichen (hatte ich allerdings noch nie)
- gebrochene/durchgescheuerte Kabel
- losvibrierte Schrauben
weniger wahrscheinlich:
- Zündkerzenstecker
- Zündspule
- Lichtmaschine (Stator, geht weit häufiger kaputt
als die
CDI-Box!! Bei mir allein schon 3x...)
- Gleichrichter
- CDI
- Licht
Bei der nachfolgenden Auflistung beschränke ich mich nur auf
Ausrüstung der Stufe 1+2, Tips zu Ausrüstungen der
Stufe 3
(Weltreise, Fernreise) überlasse ich gerne Leuten mit mehr
Erfahrung (Expeditionsausrüster, erfahrene Weltreisende
u.ä.). Die Liste soll ja nur als Anhaltspunkt dienen und
erhebt
keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. Eines sollte man
aber
unbedingt immer haben: eine gültige Reisekrankenversicherung
mit
Krankenrücktransport sowie eine Fahrzeugversicherung mit
Fahrzeugrückholung (Schutzbrief) - das ist im Falle eines
Falles
mit Gold nicht aufzuwiegen!
Tabelle: Übersicht Werkzeug und Ersatzteile,
abhängig von
Art und Dauer der Reise
| Ausrüstungs- Gruppe |
Werkzeug |
Ersatzteile |
| Standard |
Ring/Maulschlüssel SW
8,10,12,13,14,17,19,22
Mini-Knarre mit Verlängerung, Nüsse SW 10,12,13
Schraubendreher Schlitz + Kreuz
Inbus SW 5+6 (und event. SW 3 für Bremszylinder)
Kombizange/Multitool
kleine Krimpzange
kleiner Rollgabelschlüssel SW 0-19 (sehr zu empfehlen!)
kleine Feile
Hakenschlüssel (Lenkkopf, Federbein)
2-3 Montiereisen (kleine leichte)
Kerzenschlüssel
Lappen
Paar einfache Arbeitshandschuhe
Reinigungstücher für die Hände
|
Kettenschloss
Seilzugkit
Kupplungshebel
Bremshebel
Schalthebel ! (diesen habe ich mir schon 3x ruiniert...)
Glühbirne (H4)
Flickzeug (Notreparatur!)
Handluftpumpe und event. CO2-Patronen-Kit als Ergänzung -
verlasst
Euch niemals auf diese Patronen allein!
Schmirgelpapier
Draht
Kabelbinder
Stück Kabel
Lüsterklemmen
Kabelschuhe
Quetschverbinder
etwas Isolierband
div. Schrauben, Muttern, Scheiben gängiger
Größen
(M5,M6,M8)
|
| Ergänzung I |
Prüflampe oder einfaches
Multimeter
kleiner Plastikhammer
|
Ersatzschlauch (vorne und hinten)
einige Speichen (habe ich selbst aber bisher noch nie
mitgeführt)
1m Benzinschlauch
Kerzenstecker
Ritzelmutter samt Sicherungsblech
Tachowelle (Kilometerzähler wegen Tankintervalle/Reichweite,
nicht
unbedingt notwendig wenn zusätzlich ein digitaler Tacho
vorhanden
ist)
Silikon-Dichtmasse
Kaltmetall
Cu-Paste und Fett (Filmdose)
|
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Pendeln: mal was zum Thema Reifen, Teil 1
Viele haben davon gehört, so mancher hat es schon erlebt: die
Kiste fängt bei höheren Geschwindigkeiten an zu
wackeln wie
ein Entenbobbes. Geht man dann nicht sofort vom Gas, kann sich das
Mopped richtig aufschaukeln und sogar bis zum Sturz führen!
In vielen Fällen sind (neben einem ausgeschlagenen oder falsch
eingestellten Lenkkopflager) die Reifen die
Ursache für solche Fahrwerksunruhen. Sehr viel
stärker als
z.B. bei einem Auto haben die Reifen eines Motorrades entscheidenden
Einfluß auf das gesamte Fahrverhalten - nicht nur in den
Kurven,
sondern eben auch wenn es "nur" geradeaus geht.
So hatte ich z.B. bei meiner damals (1987) nagelneuen
Ténéré so ab 120km/h Probleme mit
starker
Pendelneigung. Schuld an dieser Misere waren letzendlich die
serienmäßigen (!) Bridgestone-Reifen; nachdem ich
andere
Reifen montiert hatte (Metzeler Enduro), waren die Probleme wie
weggeblasen! Um es aber ganz klar zu betonen: nicht das Fabrikat an
sich (Hersteller) ist das Problem, sondern eher das jeweilige
Reifenprofil.
Welche Reifen machen denn nun Probleme ? Ganz so einfach kann man die
Frage leider nicht beantworten - aber als Faustregel kann man sagen,
das grobstollige Reifen eher zum Hochgeschwindigkeitspendeln neigen als
Reifen mit höherem "Positivanteil" im Profil
(Natürlich haben
auch der Reifendruck und der Zustand der Reifen (abgefahren?) einen
großen Einfluß). Eindrucksvoll habe ich das auch
mal auf
einer Husqvarna (TC610) erlebt: bestückt mit reinrassigen
Grobstollern hätte mich die Kiste ab Tempo 80 auf Asphalt fast
runtergeworfen
- und das Husky-Fahrwerk ist bekantermaßen nicht gerade von
schlechten Eltern!
Wenn wenn man also Probleme in dieser Richtung hat, sollte man zuerst
den Luftdruck kontrollieren und den Reifenzustand begutachten. Und wenn
das nix hilft: einfach mal einen anderen Reifen-Typ ausprobieren.
Bei der Frage nach dem "richtigen" Reifen sagt einem jeder was anderes.
So gibt es Leute, die andauernd alle möglichen Reifen
ausprobieren, was ich nicht für sehr sinnvoll halte. Mein
Standpunkt ist ganz einfach: wenn ich mit einem Reifen-Typ rundum gute
Erfahrung gemacht habe (z.B. einen für die Straße,
ein
anderer fürs Gelände), bleibe ich erstmal dabei (was
nicht
heißt, dass ich nicht auch gelegentlich mal nen anderen Typ
ausprobiere!). Man lernt so im Laufe der Zeit "seinen" Pneu sehr gut
kennen und weis über seine
Stärken und Schwächen - was im Ernstfall ein
entscheidender
Vorteil sein kann!
Ein bischen mehr zu diesem Thema findest Du auch noch weiter unten bei
Reifen, Teil 2.
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Ärger mit der Lichtmaschine (LiMa)
- Die Batterie entleert sich beim der Fahrt mit Licht und
erholt
sich langsam
wieder bei Fahrt ohne Licht?
- Beim Blinken blinkt auch das Scheinwerfer-Licht
fleißig mit?
- Überhaupt ist die H4-Funzel ziemlich schwach auf
der Brust
und man sieht
nachts kaum was?
- Die Batterie entläd sich dauernd?
So oder ähnlich klingen viele Fragen leidgeprüfter
XT-Fahrer.
Ursache ist
oft ein defekt an den Ladespulen der Lichtmaschine (Stator) - noch weit
vor
einem kaputten Laderegler/Gleichrichter der häufigste defekt
an
der XT-Elektrik!
Grundsätzlich: wenn die Elektrik spinnt schaut man zuerst mal
nach
Wackelkontakten, abgerissenen/gelösten Kabeln, korrodierten
Schaltern, vermoderten
Steckern und angescheuerten Kabeln (Kabelbaum am Rahmen!). Gutes
Kontaktspray
und Polfett wirken manchmal Wunder und schützen die
empfindliche
Elektrik vor
neuem Ungemach. Vermutlich defekte Schalter lassen sich zu Testzwecken
mit
einem Stück Kabel überbrücken.
Jetzt aber zurück zur Lichtmaschine (LiMa):
Kein Zündfunke!
Neben den Ladespulen gibt es bei den älteren XT-Modellen auch
noch
spezielle
Stromspulen für den Zündimpuls. Sehr gerne wird ein
nicht
(mehr) vorhandener
Zündfunke auf die CDI-Einheit geschoben - die ist aber in den
seltensten
Fällen wirklich defekt! Viel häufiger ist auch hier
ein
Schaden an den
Stromspulen der LiMa!
Warum treten diese LiMa-Schäden so (relativ) häufig
auf? Das
liegt allen Anschein nach
am Isolationslack, mit dem die Kupferdrähte überzogen
sind.
Dieser ist wohl
von schlechter Qualität und versprödet mit der Zeit,
was dann
zu
Kurzschlüssen und/oder Kriechströmen führen
kann.
Interessanterweise sind nicht nur die XT´s sondern z.B. auch
ältere RD350
Modelle davon betroffen, was durchaus ein Hinweis auf ein
hersteller-/zuliefererweites Qualitätsproblem sein
könnte.
Ich rate deshalb - speziell in diesem Fall! - von Originalersatzteilen
ab,
die sind nicht nur sündhaft teuer, sondern nach ein paar
Jahren
hast Du sehr
wahrscheinlich wieder das gleiche Problem!
(Meine derzeitige Lima in der 1VJ ist übrigens schon die
vierte
!!! -
diesmal aber von der Fa. Teichmann in München reparierte
(Adresse
siehe weiter unten). Seitdem ist Ruhe.)
Die Haltbarkeit der Yamaha-LiMas wurde aber in den letzten Jahren
offenbar
verbessert, zumindest sind LiMa-Schäden bei den neueren
XT-Modellen nicht mehr
so häufig zu beobachten wie in früheren Jahren.
Das Tückische an den ganzen LiMa-Schäden: die
gemessenen
Widerstandswerte
der Spulen können noch innerhalb der Spezifikation liegen und
trotzdem ist die
LiMa defekt! Selbst gute Yamaha-Werkstätten sind
häufig
überfordert, einen
Lima-Schaden oder auch nur die Funktion einer CDI zweifelsfrei zu
diagnostizieren bzw. zu prüfen.
Hier hilft es oft nur noch das oder die Teile zu einem ausgewiesenen
LiMa-/CDI-Spezialisten zu schicken. Diese jagen dann auf speziellen
Meßeinrichtungen
bis zu 800 Volt (!) über die Wicklungen um Schäden
zweifelsfrei entdecken zu
können. Vorteil: die Überprüfung kostet
nicht viel und
wird auf eine event.
notwendige Reparatur angerechnet.
Hier noch zwei Adressen:
Fa. Motek
http://www.motek.de
Motorrad Technik München
Inh. E. Teichmann
Schießstättstr. 29
80339 München
Tel: 089/506363 Fax: 089/507553
Spezialist für Limas, CDI, Anlasser, Regler
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Falschluft durch Unterdruckschlauch oder spröde
Ansaugstutzen
Typische Symptome: sporadisches Auspuffpatschen im Schiebebetrieb,
unruhiger
Motorlauf im mittleren Drehzahlbereich, höhere Motor- bzw.
Öltemperatur als
gewöhnlich, je nach Vergaserabstimmung spürbarer
Leistungsverlust oder - in
Einzelfällen - auch Leistungssteigerung (wenn Vergaser sehr
reichlich bedüst
ist) möglich. Bei den
Ténéré-Modellen mit
Benzinpumpe arbeitet diese u.U.
nicht mehr ordnungsgemäß (wobei das Ding meiner
Erfahrung
nach ohnehin völlig überflüssig ist - siehe
auch entsprechenden Beitrag unter
"Ténéré ->
Tips&Tricks").
Die Ansaugstutzen bestehen aus einem Gummi-Metall-Verbund und sind
einem
regelrechten Dauerstreß ausgesetzt: wer genau hinschaut, kann
im
Leerlauf
beobachten wie die Teile durch die schnell wechselnden
Druckverhältnisse regelrecht
pulsieren!
Je nach Alterung und Beanspruchnung beginnt sich irgendwann der Gummi
vom
Metallflansch zu lösen - dann ist es höchste Zeit die
Dinger
gegen neue
auszutauschen! Andernfalls zieht der Motor Falschluft, was im
Extremfall einen
kapitalen Motorschaden nach sich ziehen kann.
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Ölverlust
An der XT gibt es einige typische Stellen, an denen
öfter
Ölverlust zu
beobachten ist:
Fußdichtung
Eine sog. "schwitzende" Fußdichtung (besonders die rechte
Seite)
gehört für
eine XT schon fast zum normalen Bild. Solange sich der
Ölverlust
dort in
Grenzen hält (eben "schwitzt") ist das nicht weiter kritisch.
Sollte jedoch das
Öl nach längerer Fahrt schon am Gehäuse
runterlaufen,
ist ein Wechsel der
Fußdichtung fällig!
Bei dieser Gelegenheit kann man dann
beidseitig auf
der neuen
Fuß-Dichtung
ganz dünn (!) etwas Silikondichtmittel auftragen - damit
sollte
eine
siffende Fußdichtung auf Dauer Geschichte sein.
Da für den Wechsel der Fußdichtung auch der
Zylinderkopf
demontiert werden
muß, kann man auf die neue Kopfdichtung ebenfalls ganz
dünn
hitzebeständiges
Dichtmittel auftragen. Ein derart behandelter Motor ist
erfahrungsgemäß zig
tausend Kilometer absolut dicht.
Neutralschalter
Es gibt da noch so eine Stelle am Motor, die an unseren Kisten auch
gerne
sifft: der Neutralschalter. Dieser Schalter, der u.a. dafür
sorgt
das im
Leerlauf das grüne Lämpchen leuchtet, hat einen mit
Kunstoff
eingegossenen Kontakt.
Im Laufe der Jahre scheint das Material zu verspröden und
undicht
zu werden,
was dann zu teilweise erheblichem Ölverlust führt!
Öltropfen auf dem Boden in der Nähe des
Seitenständers
sowie ein mit Motoröl
versiffter Bereich rund um diesen Schalter und Motorgehäuse
sind
entsprechend deutliche Hinweise. Wenn man seine XT vorsichtig auf die
rechte Seite
legt,
kann man den Schalter auch problemlos wechseln ohne das Öl
vorher
abzulassen.
Übrigens: "Reparaturversuche" mit irgendwelchen Dichtmitteln
sind,
wenn
überhaupt, meist nur von kurzzeitigem Erfolg gekrönt
- also
am besten Neuteil bzw. gutes Gebrauchttteil verwenden. Es gibt aber
auch Leute, die den Schalter mit Kunstharz erfolgreich und dauerhaft
repariert haben...
Simmering Getriebeausgangswelle / Schaltwelle
Ähnliche Symptome wie bei einem undichten Neutralschalter,
aber
seltener:
der Simmerring der Getriebeausgangswelle (oder Schaltwelle, noch
seltener) ist undicht. Weiterer Hinweis darauf
ist ungewönlich "dünnes" Öl/Fett im
Innenbereich
der
Ritzel-/Kettenabdeckung
am Motorblock.
Diesen Simmerring, welcher sich hinter dem Ritzel und einem
Sicherungsblech
am Motorblock befindet, kann ebenfalls sehr einfach ´von
außen´ gewechselt
werden. Den alten kann man z.B. nach eindrehen einer kleinen
Spax-Schraube mit
einer Zange einfach rausziehen. Beim Einbau des neuen unbedingt auf
achten,
das dieser auch richtig herum eingesetzt wird!!
Mit etwas Sachverstand kann man tatsächlich erreichen, das der
XT-Motor
absolut dicht ist!
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Getriebe oder das
"5.Gang-Problem"
Viele XT Fahrer kommen
früher
oder später damit in
Berührung: zunächst nur als ein leichtes "singen" des
fünften Ganges bei bestimmten Drehzahlen zu hören,
später dann immer deutlicher werdende Geräusche aus
dem
Getriebe - der 5.Gang löst sich langsam aber sicher auf!
Es ist wie ein Fluch: manche XT-Getriebe laufen 100.000km, bei anderen
ist der 5. Gang schon nach 20.000km platt.
Eines gleich vornwech:
Für dieses
Problem gibt es - leider - keine praktikable und vor allem dauerhafte
Lösung!! Versuche hat es hierzu schon mehr als
genug
gegeben. Das
einzige was man
machen kann ist das sprichwörtliche rumdoktern an Symptomen -
dann
hält der Gang
vieleicht ein paar Kilometer länger - oder auch nicht. Die
verbesserte Ölschmierung (bei den älteren Motoren in
Eigenarbeit nachrüstbar) ist ein solches Symptomkurieren, weil
das
XT-Getriebe und/oder Material(!) bezüglich Haltbarkeit
offensichtlich
falsch
ausgelegt, also ein Konstruktionsfehler ist! Und auf dem
Markt
gibt es eben nichts anderes als die Original-Yamaha-Teile!
Achtung: es gab und gibt
vereinzelt
Anbieter selbstgestrickter Zahnräder - deren Haltbarkeit ist
aber
nach dem, was Betroffene berichten, noch schlechter als bei den
Original-Teilen!!!
Ganz schlaue könnten nun auf die Idee kommen, durch die Wahl
eines
besonderen
Motoröles
das
Problem zu "lösen" - vergesst es! Die Schäden treten
bei
Motoren, die mit billigem Supermarkt-Öl gefahren wurden,
genauso
auf wie bei konsequent mit Vollsynthes gefahrenen. Daran liegt es also
nicht. Es ist aber gut möglich, das man mit Vollsynthese (wenn
überhaupt, dann wohl am ehesten damit) das Sterben etwas
verlangsamen kann. Da die Ölqualität in den letzten
Jahren
(ganz allgemein) durchgängig und deutlich besser geworden ist
(es
gibt eigentlich kein "schlechtes" Öl mehr bei uns) kann man
hier
wohl nicht mehr viel falsch machen.
Was also noch bleibt ist die eigene
Fahrweise
- und auf die hat man ja durchaus Einfluß...
Das dies alles nicht nur graue Theroie ist, sondern
traurige
Realität, sieht man ja auch nicht zuletzt daran, das die 600er
Enduros von Honda, Kawasaki, Suzuki
etc. komischerweise solche Probleme mit dem Getriebe nicht haben (o.k.,
dafür haben die wieder andere Problem - was ist schon
perfekt...).
Wer also
nun noch immer glaubt durch Basteleien an der Ölversorgung den
Durchbruch zu schaffen - bitte schön. Ist nur schade um die
Zeit.
Was also tun?
Man kann das Gang-Sterben auf Dauer zwar nicht sicher verhindern, aber
man kann es gewiss hinauszögern, wenn man einige
Verhaltensregeln
beachtet. Ein
Einzylinder-Motor, wie unsere XT, hämmert im Wortsinne viel
stärker auf das Getriebe als z.B. ein Vierzylinder, weil die
gesamte Kraft nur nach jeder zweiten(!) Kurbelwellenumdrehung
stoßweise übertragen wird. Daher:
- Nicht zu untertourig fahren, lieber runterschalten und den
Motor
dafür etwas höher drehen lassen (das schadet auch
unserem
dicken XT-Motor nicht!)
- Die Drehzahl, speziell im 5.Gang, sollte generell
über
3.000, besser noch über 3.500U/min liegen
- Starkes beschleunigen aus dem Drehzahlkeller
(<3.500U/min)
unbedingt vermeiden
- Längeres Fahren unter hoher Last und/oder Vollgas
auf der
Autobahn ist für den 5.Gang pures Gift
- Ein Dauertempo von über 120-130km/h auf Autobahnen
ist nicht
zu empfehlen (abhängig auch vom Wind)
- Event. hilft auch eine etwas kürzere
Übersetzung (z.B.
Ritzel mit 14 Zähnen vorn oder Kettenrad hinten mit zwei, drei
Zähnen mehr)
- Höhere Drehzahlen schaden auch auf Dauer dem
XT-Motor weit
weniger als landläufig angenommen, schonen aber das Getriebe.
Ferner wird es gewiss nicht schaden im Zweifel "besseres" Öl
zu
verwenden und auch ein Auge auf dessen ausreichende Kühlung zu
haben! Weitere, ausführliche Infos zum Thema Öl
finden sich
unter "Tech-Talk / Öl!"
Eigene Erfahrungen
In meiner Tenere fahre ich nun seit etwa 80.000 km einen Motor neueren
Typs, also bereits mit verbesserter Getriebeschmierung.
Bereits nach ca. 35.000km war der Wechsel vom 5.Gang notwendig! Bei
dieser
Gelegenheit habe ich die Ölbohrungen zur Getriebschmierung
etwas
modifiziert (leicht vergrößert) und sogar speziell
für
das Zahnradpaar des 5. Ganges eine neue,
zusätzliche(!)
Ölbohrung angebracht. An Öl mangelt es dem Getriebe
gewiss
nicht.
Und, was soll ich sagen, so ganz allmählich vernehme ich
wieder
dieses verfluchte
Geräusch aus dem Getriebe!!!! Es ist nur dieses Getriebe, der
Rest
läuft tadellos, ich fahre noch immer den allerersten Kolben,
Steuerkette etc. Und dies obwohl ich, um die Probleme wissend, den 5.
Gang auch eher schonend gefahren bin...
Nachtrag 2007: ich fahre
nun doch schon eine ganze Weile mit einer
kürzeren
Übersetzung
und es scheint sich tatsächlich positiv auf das Getriebe
auszuwirken! Die leicht singenden Geräusche haben sich
jedenfalls seit
vielen tausend Kilometer kaum mehr verändert! Ein Funken Hoffnung also...
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Kürzere
Übersetzung - sinnvoll
oder nicht?
Im Hinblick auf die
5.Gang-Problematik scheint sich tatsächlich eine eher
kürzere
Übersetzung zu empfehlen. Nur, was ist am Ende besser?
a)
öfter mal im vierten
Gang fahren und den fünften nur als "Spargang" verwenden (=
lange
Übersetzung) , oder
b)
über höhere
Drehzahl den fünften entlasten, dafür aber viel
häufiger
und länger benutzen (= kürzere Übersetzung)?
Das erschien mir zunächst wie die
Wahl zwischen Pest und Cholera. Die aktuellen Erfahrungen sprechen aber
tatsächlich für eine
kürzere
Übersetzung zur Schonung des Getriebes (siehe
weiter oben).
Ein weiterer Punkt ist die mit einer
Übersetzungsänderung
einhergehende
Änderung
der Fahrdynamik - über die
jeweiligen
Vor- und Nachteile läßt sich trefflich streiten
(eigentlich
besser am Lagerfeuer mündlich als hier in Schriftform - also
denn
ersma
Prost!

)
Denoch möchte hier die Gegenüberstellung einiger
Gedanken
"riskieren"
Im Gelände
...ist eine kürzere Übersetzung als auf der
Straße auf
jeden Fall sinnvoll! Wird ja auch bei allen Sport-Enduros so gemacht.
Die Yamaha TTs z.B. sind von Hause aus kürzer
übersetzt als
die XTs mit nahezu gleichem Motor. Entscheidend ist hier speziell ein
recht kurzer 1.Gang für kniffelige Passagen/Trial. Bei
den XT´s bietet sich also z.B. an, das Ritzel vorn von 15 auf
14
Zähne zu tauschen und/oder das Kettenrad hinten event.
zusätzlich mit zwei, drei Zähnen mehr zu
wählen. Einfach
mal probieren und Erfahrung sammeln.
Auf der Straße
Viele schwören auch hier auf ein 14er Ritzel vorn, man
hört
die tollsten Geschichten von XTs die plötzlich viiiel besser
gehen
sollen als vorher! Ich seh das zunächst ein wenig
nüchterner
bzw. differenzierter.
Grundsätzlich: natürlich ist es möglich, das
eine etwas
anders
übersetzte XT einem
zumindest das
Gefühl vermittelt das sie "besser geht" und sogar eine etwas
höhere Endgeschwindigeit erreichen
kann (zumindest das
wäre ja
recht einfach nachprüfbar). Ich sage hier bewust "anders"
übersetzt, es muß nicht zwingend besser sein
kürzer zu
übersetzen, es muß nur "stimmig" sein!
Und: nur durch eine etwas kürzere Übersetzung
beschleunigt
eine XT nicht
automatisch
viel besser/schneller! Ein bischen und in bestimmten Bereichen
natürlich schon, aber unterm Strich doch nicht sehr viel.
Vermutlich wiegt der subjektiv empfundenen(!) Fahreindruck
(Motorgeräusch/Drehzahl) deutlich stärker als der
reale
Zuwachs an Fahrleistung. Ich habe jedenfalls noch keine XT gesehen, die
nur wegen eines 14er Ritzels plötzlich vorne
wegfährt...
Aber: von der Theorie her stimmt das natürlich mit dem
besseren
Beschleunigen -
zumindest für die höheren Gänge - weil ich
den Motor
durch die engere Abstufung besser bei genau der Drehzahl halten kann wo
die meiste Leistung abgegeben wird. Logisch. Aber: die im Gegenzug nun
auch
häufiger durchzuführenden
Gangwechsel wirken zunächst genau gegenteilig, weil
für die
Zeit des
Gangwechsels die
Beschleunigung/Kraftübertragung unterbrochen ist. Daher spielt
in
der Praxis auch die
Motorcharakterisitk
und die mögliche
Schaltgeschwindigkeit
eine ganz wichtige Rolle.
Warum? Der XT-Motor hat zwei hierfür wesentliche
Eigenschaften: er
ist relativ durchzugsstark (= drehmomentstark schon bei niedrigen
Drehzahlen) aber nicht sehr drehfreudig! Und diese
Charakteristik harmoniert erfahrungsgemäß eher
besser mit
einer etwas längeren(!) Übersetzung bzw. weniger
Schaltvorgängen, wo ich die relativ hohe Kraft speziell im
mittleren Drehzahlbereich "besser", d.h. länger, nutzen kann.
Bestes Beispiel sind die fetten V2-Motoren der Chopperfraktion, die mit
nem 4-Gang-Getriebe völlig auskommen, während die
ganzen
Rennsemmeln (auch Sportenduros!) fast alle 6-Gang-Getriebe haben. Vom
der Getriebeseite her zumindest schränkt die XT kaum ein, man
kann
die Schaltzeiten z.B. durch
Schalten
ohne Kupplung (siehe Beitrag weiter oben) auf ein Minimum
reduzieren.
Im Gegenzug
erhöhe
ich
mit einer kürzeren Übersetzung natürlich das
gesamte
Drehzahlniveau.
Das kann
dann zu der
interessanten Situation führen, das ich z.B. bei Gegenwind
(höherer Widerstand) eine höhere Endgeschwindigkeit
erreiche
als mit längerer Übersetzung, bei Rückenwind
aber kann
es ganz schnell genau umgekehrt sein, weil der kurz übersetzte
Motor sein Leistungsmaximum bereits überschritten hat (abfallende Leistungskurve
nach
Nenndrehzahl) während der länger übersetzte
Motor noch
etwas "Reserven" hat! Man könnte umgekehrt eine
XT auch so
lange übersetzen, das im Bereich
der erzielbaren Endgeschwindigkeit im 4. Gang eine ähnliche
Drehzahl ansteht wie im 5. Gang (ca. 6.500 U/min) - die erreichbare
Geschwindigkeit dürfte annähernd dieselbe sein.
Das alles hat natürlich nur Gültigkeit bei relativ
moderaten
Änderungen, sagen wir grob so im Bereich von bis zu 10%.
Eine noch kürzer
übersetzte
XT macht auf der Straße keinen wirklichen Spaß
mehr! Ich
fahre z.B. auch noch eine kleine TT-350 mit sehr kurzer
Übersetzung (fast nur Gelände), bei 120km/h dreht der
Motor
bereits am roten Bereich! Mit längerer Übersetzung
sind aber
problemlos 140km/h möglich.
Eigene Erfahrung
So bin ich z.B. mit meiner Tenere (nach dem Motorwechsel) ne ganze
Weile mit einer relativ
langen
Übersetzung von 14:40 gefahren
(Entspricht etwa 15:43 anstelle 15:45 !). Zwischenzeitlich bin ich
über 15:45 nun bei 15:47 gelandet.
Interessant: die lange Übersetzung von 14:40 war zum Fahren,
speziell auf der Landstraße, erstaunlich gut: man konnte
relativ
schaltfaul fahren, der 4. Gang war fast "Standard". Im 4. Gang konnte
ich die Tenere bis auf fast 150km/h beschleunigen(!), das ging richtig
gut vorwärts. Zum Überholen mal runter in den 3. und
ab ging
die Post. Der große Vorteil: man konnte die
Überholvorgänge meist mit
einem
Gang ohne zu schalten und daher mit unterbrechungsfreiem(!) "Druck" am
Rad abschließen. Ist sehr angenehm. Auf der Autobahn ist sie
im
5. bei Bedarf dennoch ihre 160km/h gelaufen, was nach "weit
verbreiteter Meinung" ja eigentlich nicht sein dürfte...
Weiter: Ein Bekannter fuhr eine Gilera RC600 Enduro (in der
übrigens derselbe
Teikei-Vergaser verbaut war wie in unsere XTs(!), laut Papiere 45
PS). Der ist mir
keine zwei Meter davon gefahren, obwohl die Kiste nominell sogar etwas
leichter war als meine Tenere - trotz meiner langen
Übersetzung!
D.h. also auch im Beschleunigen von der Ampel wech bis - sagen wir
130km/h - kaum ein Unterschied! (Nein, er wog keine 130kg... )
Natürlich scheint so eine lange Übersetzung
fürs Getrieb
nicht so doll, aber das ist eine andere Geschichte... (siehe oben)
Naja, mittlerweile fahre ich eine deutlich kürzere von 15:47 -
nicht weil mein Mopped damit jetzt "besser" ginge als vorher, sondern
eher
wegen dem Getriebe und vor allem wegen Geländefahren!
Dafür
rühre ich nun aber mehr im Getriebe (muß
früher und
öfter schalten) und fahre viel mehr im 5. Gang - ob diesem das
unterm Strich besser bekommt wird sich zeigen. An den Autos
komme ich jedenfalls auch nicht schneller vorbei wie vorher.
Fazit: das wichtigste ist
eine harmonische,
eine stimmige
Übersetzung. Diese kann
- muß aber nicht - kürzer sein als original. Es
kommt ganz
darauf an wie und wo man sein Mopped bewegt und vor allem auf den
Charakter des Motors selbst. Der kann schon von XT zu XT anders sein
(Nockenwelle etc.!). Ferner beachte man auch die mit der 3TB
eingeführte 17"-Felge - diese bewirkt ebenfalls eine Art
Übersetzungsverkürzung gegenüber den
älteren
18"-Rädern!
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Höherlegung
- wozu eigentlich?
Mal einige Gedanken zum
Sinn und
Unsinn von Höherlegungen.
Die Geschichten rund ums Höherlegen der XT verfolge ich ja nun
schon einige Zeit und es sind ja scheinbar nicht wenige die
sich dafür interessieren.
Auch wenn das jetzt etwas unpopulär klingt: es sieht vor der
Eisdiele ja ganz schick aus wenn die XT richtig "rauskommt" - ABER wem
ist eigentlich wirklich bewust, welche Konsequenzen das in
Bezug auf das Fahrverhalten hat?
Zur Erklärung: wenn ich die XT hinten höherlege (egal
ob
durch diesen Murks von Götz oder einem längeren
Federbein)
ändert sich zwangsläufig auch der effektive
Lenkkopfwinkel
(steiler) bzw. Nachlauf (kürzer). Dies führt auf der
Straße zwar zu einem zunächst spürbar
handlicheren
Kurvenverhalten, im Gegenzug verschlechtert sich aber der Geradeauslauf
deutlich! Diesen schlechteren Geradeauslauf bemerkt man auf der
Straße zunächst kaum, dafür aber um so
deutlicher im
Gelände.
Was bedeutet das jetzt für die Praxis? Wer sich mit einer
solcherart "getunten" XT jemals ins Gelände wagt, insbesondere
auf
weichen (sandigen, schlammigen) Strecken, bekommt plötzlich
erhebliche Probleme. Genau dort ist ein guter Geradeauslauf enorm
wichtig damit das Mopped seine Spur hält.
Im Tiefsand (Wüste!)/Schlamm kann das entscheidend sein, ob
ich
mit der XT überhaupt noch durchkomme oder nicht!
Besonders deutlich (negativ) aber merkt man das in Grenzsituationen
(dann egal ob auf der Straße oder im Gelände!), wenn
ich mit
der XT ins Straucheln gerate, plötzlich ins Rutschen komme,
das
Heck ausbricht uvm. - mit einer höhergelegten XT liege man
defintiv schneller auf der Nase !!!
Ich habe mittlerweile einige, z.T. auch leidvolle Erfahrung
sammeln dürfen: meine Tenere hat durch das WP-Federbein
zunächst auch ein
höheres Heck als "normal". Als ich so richtig mit Schmackes
durch
den Soltauer Sand pflügen wollte, hatte ich echte
Mühe das
Teil überhaupt da durch zu bekommen. Und als ich dann bei rund
50km/h einen ziemlich schmerzhaften Abflug gemacht habe, wars das
erstmal
gewesen...
Seither hat mir das keine Ruhe gelassen und habe als Konsequenz aus
diesen Erfahrungen mein
Federbein deutlich tiefer einstellen - und siehe da: es geht auf einmal
deutlich besser! (Ein absolut einwandfrei eingestelltes Lenkkopflager
vorrausgesetzt).
Fazit: an der Eisdiele posen künftig meinentwegen andere...
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Die Qual der Reifenwahl, Teil 2
(In Ergänzung zu "Pendeln - mal was zum Thema Reifen, Teil 1",
weiter oben)
DEN optimalen Reifen
für alle
Belange gibt es nicht, sondern nur
gute oder weniger gute Reifen für bestimmte Einsatzzwecke!
Da wohl die mit Abstand meisten XT-Kilometer auf der Straße
zurückgelegt werden, vieleicht mit gelegentlichen
Ausflügen
in leichtes bis mittelschweres Gelände, sollte die Wahl des
Reifens entsprechend auf einen gröber profilierten mit
Schwerpunkt
Straße fallen. Ein guter Kompromiss zwischen echten
Grobstollern
fürs Gelände und reinen
(Enduro-)Straßenreifen sind
z.B. der Enduro III "Sahara" von Metzeler, der Avon "Gripster" oder der
Mitas/Barum E-07.
Nachdem wir viele Jahre auf Metzeler Enduro III (recht zufrieden)
unterwegs waren sind wir mitterweile beim
Mitas/Barum E-07
(Vertrieb in
Deutschland durch die Continental AG) gelandet. Gegenüber dem
Enduro III hat dieser Reifen nach unseren Erfahrungen eine ganze Reihe
von Vorteilen:
- super Grip
auf der Straße,
nach meinem Gefühl speziell
vorne
sogar besser als der Enduro III !
- insgesamt
wesentlich besserer
Grip im Gelände,
speziell auch auf Gras! (Versucht
mal mit dem Metzeler auf Grasboden Schräglagen zu fahren...
)
- sehr harmonisches und gleichbleibendes(!)
Fahrverhalten über
die
gesamte Lebensdauer (merkt man besonders dann, wenn wieder
mal
einer neuer Reifen draufkommt!!)
- wesentlich
längere
Lebensdauer
des Hinterrad-Reifens von rund 10.000km
- Der Hinterradreifen verfügt gegen Ende seiner
Lebensdauer
über so eine Art "Mittelsteg"
(wie man das von einigen Fahrradreifen kennt) - dadurch bleibt noch
für längere Zeit links und rechts davon
genügend
Profiltiefe übrig.
- Der Vorderrad-Reifen
bleibt über die gesamte Lebensdauer relativ gleichmäßig
rund - im
Gegensatz zum Enduro III, der seitlich mit der Zeit erheblich
stärker abflacht
als in der Mitte und das Fahrverhalten dadurch ungünstig
beeinflußt!
- Baut optisch und technisch (Profil) breiter
als der Enduro III, der 120er wirkt eher wie ein typischer 130er,
fühlt sich auf der Straße aber trotzdem besser an!
- Und das beste: er ist deutlich
billiger!! Typische Preise liegen so um die 50-60 EUR.
Noch ein paar Worte zu den
Reifendimensionen:
nicht wenige möchten der Optik wegen mit möglichst
breiten
Reifen hinten fahren, z.B. 130er, 140er oder gar 150er. Breite Reifen
auf ner XT taugen wirklich nur was für die Optik, die
Fahreigenschaften
verschlechtern
sich hingegen spürbar, je breiter der Reifen wird! Es soll
sich
auch keiner einbilden mit fetten Reifen schneller durch die Kurven
fahren zu können als mit einem schmalen - genau das Gegenteil
ist
nämlich der Fall!! (Wer es nicht glaubt, möge sich
eigehende
Literatur zur Zweirad-Physik zu Gemüte führen.)
Wie sensibel das Fahrwerk auf eine andere Reifendimension reagiert habe
ich selbst erleben dürfen: so hatte ich mal anstelle des
üblichen 4.00/18 hinten einen 120/80
desselben Reifens
(Enduro III) drauf
- die Ténéré fuhr sich damit nicht so
harmonisch
wie mit dem etwas schmaleren 4.00/18! (Bei dem Mitas/Barum stellt sich
die Frage nicht, den gibts nur
metrisch).
Wer den Mitas/Barum E-07
auf seiner
Ténéré fahren möchte,
benötigt
dafür wenigstens eine Unbedenklichkeitsbescheinigung und/oder
die
entsprechenden metrischen Größenangaben im
Fahrzeugschein! Auch
stehen, entgegen älteren anderslautenden Aussagen, auf dem
Reifen
NUR die metrischen Maße drauf und
keine zusätzliche
Größenangabe in Zoll.
Wer auf der Suche nach "seinem" Reifen ist oder einfach mal einen
Überblick haben möchte über die für
XTs
erhältliche Reifen, dem sei unbedingt ein Besuch auf der
Super-Reifen-Seite
von
www.xt600.de
empfohlen!
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