Inhalt:
Ölwechsel:
so wirds gemacht!
...hier ist die ultimative und sehr ausführliche
Ölwechsel-Anleitung, die auch die modelspezifischen
Unterschiede berücksichtigt.
- Motor sollte noch gut warm sein (nicht heiß!),
event. einige min. warmfahren (damit das Öl schön
flüssig wird und die Abriebpartikel aufgewirbelt werden)
- Motorrad auf Seitenständer stellen.
- Motorschutz (sofern vorhanden) abbauen (je nach Model 3 - 4
Schrauben + Scheiben
- Entlüftungsschraube des Ölfilterdeckels
sowie den Deckel Öltank ausdrehen. Die untere der drei
Befestigungschrauben des Ölfilterdeckels lösen und
ca. 1cm rausziehen (ist gleichzeitig Ablaßschraube des
Filtergehäuses)
- Auffangwanne (>3 Liter) unter die
Ölablaßschraube des Motors stellen, mit 19er
Schlüssel oder besser Ratsche mit Verlängerung
aufschrauben und Öl auffangen. Pappe oder altes Betttuch
unterlegen, erfahrungsgemäss geht immer etwas daneben.
- Ölfilterdeckel ganz abnehmen, Achtung
großer und kleiner O-Ring! Ölfilter herausnehmen,
abtropfen lassen und entsorgen.
- Filterdeckel, Filtergehäuse und
Dichtfläche mit sauberem Papiertuch oder nicht-fusselndem
Lappen reinigen.
- O-Ringe wieder einlegen, neues Ölfilterelement
einsetzten (Metallkragen nach innen) und zuschrauben. Achtung, nur sehr
vorsichtig festziehen (max. 8 Nm!, ggf. Drehmomentschlüssel
benutzen) und etwas Fett/Kupferpaste auf die Gewinde, sonst sind die
Gewinde nach dem 5ten Ölfilterwechsel hinüber.
- Motorrad kurz nach rechts lehnen und dann wieder nach links
auf den Seitenständer, daß auch das Öl aus
dem letzten Eck rausläuft, dann
Ölablaßschraube des Motors mit neuem Kupferring
wieder einschrauben und mit 30 Nm festziehen.
- Jetzt wird es etwas Modelspezifisch:
Bei 34L, 55W, 43F, 2KF, 2NF:
Ablassschraube SW12 unten am Öltank ausdrehen und Öl
in geeignetes Gefäss (min. 2 l) laufen lassen.
Anschließend Schraube mit (möglichst neuem)
Kupferring versehen eindrehen und mit 18 Nm anziehen.
Bei 1VJ und 3AJ:
Ablaßrohr des Öltanks (SW17) ca. 5cm weit
ausschrauben, bis Einschnürung am Gewinde sichtbar wird.
Ablaßrohr mit Schraubenschlüssel (SW 17) festhalten
und innere SW12-Schraube lösen, Auffangbehälter
drunterstellen, Motorrad nach rechts kippen (anlehnen) und Öl
aus Tank vollständig ablassen, dann wieder
verschließen und Ablaßrohr einschrauben, mit 20 Nm
anziehen. Ablassschraube mit 18 Nm anziehen, bei jedem ca.5ten Mal neue
Kupferringe verwenden.
Optionale Reinigung des Filtersiebs: Flansch des Saugrohres unten am
Öltank (2 x 5er Inbusschrauben) abschrauben - Achtung kleine
Kupferringe unter den Schrauben und drei (!) O-Ringe im Flansch !!
Flansch zur Seite schieben und Filtersieb aus dem Öltank
nehmen, in Benzin auswaschen und wieder einsetzen. Die O-Ringe, den
Flansch und die Dichtfläche pingeligst reinigen, O-Ringe mit
etwas Fett wieder "einkleben" und aufpassen, daß sie richtig
sitzen und nicht gequetscht werden können, Flansch wieder
anschrauben.
Bei 3TB, 3UW, DJ02:
Öleinfülldeckel öffnen, Ablassschraube SW12
am vorderen, unteren Rahmenhauptrohr lösen (unterhalb des
Krümmers), Auffangwanne drunterstellen (Achtung, Öl
schießt in weitem Bogen raus!). Öl
vollständig ablassen, anschließend Ablassschraube
(möglichst mit neuem Kupferdichtring) mit 18 Nm anziehen.
- Motorrad wieder auf Seitenständer stellen.
Öltank mit neuem Öl füllen bis er randvoll
ist und Deckel wieder drauf. Restliche Ölmenge durch
Ventildeckel von oben in den Motor füllen (siehe hierzu Punkt
17).
- Jetzt nochmal nachschauen, ob wirklich alles wieder
festgezogen wurde, waren insgesamt 7-8 Gewinde an Motor und
Öltank!
- Entlüftungsschräubchen am
Ölfiltergehäuse oben drauf lösen, jedoch
einige Gewindegänge drinlassen.
- Motor mit E- oder Kickstarter solange ohne Zündung
durchdrehen, bis an der Bohrung der Entlüftungsschraube
Öl aussickert (Entlüftungsschraube hierfür
aber ganz raus). Von der selben Prozedur mit laufendem Motor (wie in
der Betriebsanleitung beschrieben) möchte ich abraten, eine
Riesensauerei durch rausspritzendes Öl ist sonst
vorprogrammiert!!
- Wer nun auf Nummer sicher gehen möchte kann mit
der Selbstbau-Öldruckanzeige
die korrekte Funktion seiner Ölpumpe bei laufendem Motor
prüfen.
- Falls doch (noch) kein Öl aus der Bohrung tritt,
die Entlüftungsschraube jetzt einige Gewindegänge
reinschrauben, Motor kurz starten, abstellen und
Entlüftungsschraube wieder rausnehmen - jetzt muß
Öl kommen (event. nochmal kurz kicken/orgeln)!
Entlüftungsschraube mit Gefühl (!!!) festziehen,
Ölgesabber abwischen und nachschauen ob alles andere dicht ist.
- Dann restliches Öl in Tank auffüllen
(mindestens soviel wie beim Ölwechsel rausgelassen, plus etwa
100ml für den Ölfilter), also je nach Model zwischen
ca. 2,2 bis knapp 3 Liter. Falls der Öltank schon voll ist,
den Rest über den Ventildeckel der Einlassventile in den Motor
füllen.
- Probefahren bis der Motor Betriebstemperatur erreicht hat,
Motorrad im Stand noch 1min. aufrecht tuckern lassen, Motor aus und
Ölstand gewissenhaft nachmessen - ggf. nochmal Öl bis
MAX nachfüllen. Nochmals nachschauen ob wirklich alles dicht
ist!!
- (Alu-)Motorschutz (sofern vorhanden) wieder anbauen.
So, das war´s
Anmerkungen zu Punkt 17:
bestimmt man die Menge des abgelassenen Öls
(auslitern/nachmessen) erhält man zwei wertvolle Informationen:
a) man weiß so genau welche Ölmenge mindestens
wieder eingefüllt werden muß (plus ca. 100ml
für den Ölfilter), sofern man
b) insgesamt so zwischen 2 und knapp 3 Liter abgelassen hat (dann ist
die Welt in Ordnung). Ist es aber deutlich weniger oder deutlich mehr,
hat man entweder bei der Ölstandkontrolle die ganze Zeit Mist
gebaut oder es ist etwas grundlegendes faul...
(Nach einer Vorlage vom "Essisch" in einem Diskussionsforum -
überarbeitet und ergänzt vom "Moppedcafe"
und Klaus vom Technik-Team
der www.XT600.de)
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Öl-1x1:
mineralisches oder vollsynthetisches ?
Eines Vornweg:
die technologische Entwicklung hat - auch beim Öl - in den
letzten 20, 30 Jahren derart große Fortschritte gemacht, dass
heute (2008) selbst das billigst Baumarktöl besser sein
dürfte als die teuerste Marken-Plörre vor 30 Jahren!
Das geht inzwischen schon soweit, das es Firmen gibt, die eine
Lebensdauerfüllung(!!) ohne Kilometerbegrenzung für
PKWs anbieten, d.h. nie wieder Ölwechsel!! Und das mit
Garantie!!
Über kaum ein Thema wird nämlich so hitzig
debatiert -
grundsätzlich geht natürlich beides.
Man sollte aber
Grundsätzlich und auf auf jeden Fall darauf achten, nur
explizit für
Motorradmotoren spezifiziertes Öl zu verwenden!
Motorradöle haben nämlich einen anderen
Aufbau/Vernetzungsstruktur als Autoöle - anders als beim Auto
haben Motorräder häufig Ölbadkupplungen und
kein separates Getriebeöl, d.h. ein und dasselbe Öl
schmiert Motor UND Getriebe! Daher ist das Öl in unseren
Moppedmotoren ganz anderen Belastungen ausgesetzt als in einem
typischen Auto. Für unsere XT-Motoren empfiehlt Yamaha mindestens
Öl mit einem Viskositätsbereich von 20W40.
Aber: das beste was man seinem Mopped
gönnen kann ist und bleibt vollsynthetisches Motoröl,
idealerweise mit einem großem
Viskositätsbereich, z.B. SAE 10W60. Vollsynthetisches
Öl hat bis auf den höheren Preis eigentlich nur
Vorteile:
- wesentlich schnellere Durchölung (Kaltstart!)
- extrem belastbarer Schmierfilm auch bei hohen Temperaturen
(Getriebe!)
- größerer Viskositätsbereich
(mehr Reserve bei Alterung)
- längere Ölwechselintervalle
möglich (nützlich nicht nur im Urlaub, schont die
Umwelt)
- deutlich geringerer Verschleiß
- geringere Verdampfungsrate (= niedrigerer
Ölverbrauch, zumindest bei gesundem Motor)
Schließlich isses ja ein luftgekühlter Motor, und
der ist naturgemäß viel
größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt als ein
wassergekühlter! Gerade Ganz-Jahresfahrer sollten das bedenken!
Wer mal einen Motor aufgemacht hat, der konsequent mit Vollsynthese
betrieben wurde, kann sicher bestätigen in welch tadelosem
Zustand sich i.a. die einzelnen Bauteile auch nach hoher Laufleistung
noch präsentieren. Mein Motor mit z.Z. 80.000km Laufleistung
braucht etwa 250ml Öl auf 2.000(!)km. Und mal Hand auf Herz:
die paar Mark, die man für vollsynthetisches Öl mehr
bezahlt, sind aufs Jahr gesehen doch Peanuts im Vergleich zu den
sonstigen Ausgaben.
Probleme mit der Ölbadkupplung treten bei Verwendung von
speziellen Motorradölen normal nicht auf. Überhaupt
erscheint mir der XT-Motor hier sehr gutmütig, mit den
Ölen von Castrol, Bel-Ray, LiquiMoly z.B. die ich bisher so
verwendet habe gab es nie Probleme. (Offensichtlich nicht
selbstverständlich, wenn man die Geschichten mit Motoren
anderer Hersteller so hört...). Obwohl nur für PKW
gedacht, hatte ich aus Unwissenheit in der Vergangenheit gelegentlich
sogar das Castrol RS mit dem
grünen
Deckel verwendet - eigentlich sollte man nur das mit dem
roten
Deckel verwenden, da speziell für Motorräder
abgestimmt. Damit gab es zwar keine Probleme - optimal isses aber
nicht.
Vorsicht auch: einigen PKW-Ölen
sind Leichtlaufadditive (z.B. Molybdändisulfit, MoS
2)
zugesetzt - damit wird die Kupplung mit ziemlicher Sicherheit Probleme
kriegen!
Was ist bei Umstieg von mineralischem auf
vollsyntheisches Öl zu beachten ?
Eigentlich nichts!! Die Gerüchte über dubiose
Motorschäden, die sich nach Umstellung von mineralischem auf
Syntheseöl ergeben haben sollen, sind mit einer gesunden
Portion Skepsis zu betrachten. Nach Meinung von Fachleuten aller
Couleur, Chemiker wie Maschinenbauer, gibt es bei modernen
Ölen und Motoren
keine Probleme - man kann
theoretisch sogar mineralisches mit synthetischem Öl mischen,
was aber nicht empfohlen wird weil dann die Eigenschaften des
Syntheseöls nicht richtig zu tragen kommen.
Auch
ARAL
z.B. schreibt in seiner
Broschüre zum Thema Motoröl, der Umstieg sei
nicht
problematisch, das wäre allenfalls vor 50 Jahren der
Fall gewesen.
Persönlich habe ich auch keine negativen Erfahrungen gemacht,
meiner Ténéré hatte ich nach 30.000 km
erstmals Vollsynthese gegönnt, bei unserer "E" erfolgte der
Wechsel bei 20.000km - jeweils absolut ohne Probleme!
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Öltemperatur - alles halb so wild?!?
Hier mal ein paar Worte zum Thema
maximal
"zulässige" Öltemperatur: zu diesem Thema
kursieren die wildesten Meinungen - wohl häufig mehr aus dem
Bauch heraus und weniger auf Basis fundierter Infos. ARAL schreibt
hierzu in seiner Motoröl-Broschüre, das
höherwertige
Motorenöle (ab Teilsynthese ?) problemlos
Dauertemperaturen
von 130°C vertragen, kurzeitig sind sogar 150°C absolut
unkritisch (!). Sollte der Motor jedoch öfter solche
Temperaturen erreichen, wird lediglich die Verkürzung des
Wechselintervalles empfohlen. CASTROL z.B. schreibt in seiner
Ölinfo das Motorradmotoren i.d.R. deutlich höhere
Öltemperaturen haben als Autos - 150°C am Getriebe und
bis zu 300°C (!) zwischen Kolben und Zylinderwand sind nicht
ungewöhnlich. Für solche Belastungen sind gute
Motorradöle ausgelegt!!
Soweit also ARAL und CASTROL - und die sollten es doch eigentlich
wissen.
Ich habe aber eine Erfahrung gemacht die aus meiner Sicht viel
kritischer ist: so etwa ab 120°C Öltemperatur
aufwärts und dementsprechend heißen Zylinderkopf
neigt der Motor je nach Spritqualität und Lufttemperatur
zunehmend zu Beschleunigungsklingeln bzw. zu erhöhter
Klingelneigung unter Last (hörbar als typisches "Knistern" aus
der Motorgegend)!! Dies ist sicher gefährlicher als eine
event. thermische "Mehrbelastung" des Getriebes, da die Lager bei
dieser Form der unkontrollierten Verbrennung extrem belastet werden!
Die Haupaufgabe des Motoröls ist nunmal die Schmierung. Ob der
Motor nun 110°C oder 140°C heiß ist, ist da
Nebensache - hautpsache der Schmierfilm reist nicht ab!! Wenn der Motor
aber das Knistern anfängt, runter vom Gas bzw. der Temperatur!
Letzendlich erübrigen sich wohl nicht zuletzt deshalb bei der
XT die Dikussionen, ob 130°C noch "o.k." sind oder nicht...
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Messen der Öltemperatur
Wer kennt sie nicht, die kontroversen Diskussionen
darüber, wo den nun die Öltemperatur am sinnvollsten
zu messen ist...
Hierzu mal einige grundsätzliche
Überlegungen (danke auch Klaus für seine wertvollen
Anregungen zu diesem Thema):
Wir messen die Temperatur um
a) zu sehen, ob und
wann die Kiste seine Betriebstemperatur erreicht hat und
b)
eine event. drohende Überhitzung zu erkennen (um dann etwas
langsamer zu machen).
zu a) Der Motor (und dadurch auch das Öl)
hat "seine" Betriebstemperatur, wenn er ein bestimmtes, relativ
konstantes Temperaturniveau unter den üblichen
Betriebsbedingungen erreicht hat. Ab diesem Punkt befindet sich der
Motor in einer Art thermischen Gleichgewicht. Das Motoröl
spielt in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle, sorgt es doch
neben der Schmierung auch für die sehr wichtige "innere"
Kühlung so hochbelasteter Bauteile wie Kolbenboden, Lager,
Getriebe, an die der Fahrtwind nicht herankommt. Die
Öltemperatur eignet sich also ideal dafür den
Betriebszustand unseres Motors im Auge zu behalten.
Aber: DIE Öltemperatur gibt es
strenggenommen gar nicht: je nach dem ob ein Öltropfen gerade
am Kolbenboden haftet, durch das Getriebe spratzt oder durch den
Ölkühler blubbert hat ein und derselbe
Öltropfen in Teilbereichen sehr unterschiedliche Temperaturen!
In der Praxis ist das aber für uns gar nicht so wichtig.
Entscheidend ist vielmehr dass wir an einer Stelle messen, an der
möglichst viele verschiedene Tropfen zusammenlaufen und sich
so eine repräsentative Mischtemperatur einstellt, die wir gut
und einfach messen können! Der Einfachheit halber erlaube ich
mir hier aber trotzdem von EINER Öltemperatur - besser: einer
Temperaturdifferenz "delta-T" - zu sprechen...
Warum Temperaturdifferenz "delta-T" ?
Das Wetter
Nun, weil die Öltemperatur entscheidend von der
Außenluft-Temperatur und dem Wetter (trocken, feucht, nass)
abhängt: isses kalt wird der Motor eine andere
Betriebstemperatur erreichen als im Hochsommer bei 35°C im
Schatten - logisch. Doch noch viel extremer kann der kühlende
Einfluß von Wasser sein z.B. bei starker Regen, Spritzwasser
von der Fahrbahn oder beim Ritt durch einen Bachlauf!
So wird bei trockenem Wetter das delta-T üblicherweise 60-80K
betragen (K = Kelvin, 1K entspricht [vereinfacht] 1°C), bei
starkem Regen jedoch mitunter nur magere 20-40K erreichen !!
Bei einer Lufttemperatur von 20°C heißt das also
trocken etwa 80-100°C Öltemperatur, bei starkem Regen
aber gerade mal nur 40-60°C !!
Das hat zur Konsequenz, daß ich bei starkem Regen den Motor
möglichst so schonend fahren sollte wie beim Warmfahren, da er
seine "typische" Arbeitstemperatur ja gar nicht erreicht!
Die Fahrdynamik
Dass das Moppedfahren ein recht dynamisches Unterfangen ist, wird wohl
niemand ernsthaft bestreiten; diese Dynamik führt
naturgemäß zu gewissen Schwankungen bei der
Öltemperatur, die durchaus 10-20K (im Extremfall auch mehr)
betragen kann, weitgehend unabhängig von den
Witterungsbedingungen.
Die Temperatur stellt sich allgemein auf einen gewissen "Mindestwert"
ein, mit mehr oder weniger ausgeprägten Ausschlägen
"nach oben", um sich nach einger Zeit wieder auf den Ausgangswert
einzustellen - eben je nach Fahrweise und Wetter.
Deshalb spreche ich hier auch bewust nicht Von einem "Mittelwert", da
die Temperatur eben nicht gleichmäßig nach oben UND
unten pendelt.
Zusammengefasst heist das: die Öltemperatur messen
ist eine sehr sinnvolle und prima Sache, es kommt dabei aber gewiss nicht
auf die letzte Nachkommastelle an!!
zu b) habe ich mich hier schon unter
"zulässige"
Öltemperatur - alles halb so wild?!? weiter oben
ausgelassen.
Soviel also erstmal zum Grundsätzlichen.
Wo nun also messen?
An unseren XT´s gibt es eigentlich nur zwei
sinnvolle
Stellen, um die Öltemperatur zu messen: am
Öl-Vorratsbehälter sowie an der
Ölablaßschraube des Motorgehäuses, beide
Lösungen haben sicher gewisse Vor- und Nachteile über
die man lange diskutieren kann - aber, um es kurz zu machen:
für
die Temperaturmessung an sich ist es eigentlich völlig
wurscht, an welcher dieser beiden Stellen man den Fühler
plaziert!
Um zu verstehen warum, muß man sich den Ölkreislauf
nur ein wenig näher ansehen: so befindet sich die
Motoröl-Ablaßschraube an der tiefsten Stelle des
Motors, dort wo sich das gesamte im Motor verteilte Öl
irgendwann sammelt um von dort mittels der Ölpumpe direkt
zurück in den Öltank befördert zu werden.
(Bei den neueren Modellen, ab etwa Bj. 88/89 zu 100%, bei den
älteren Modellen wird hiervon noch kleiner Teilstrom
abgezweigt, der das Getriebe schmiert).
Da das Ölsieb, über welches die Pumpe das Öl
aus dem Sumpf abzieht, etwas höher liegt als die Unterkannte
der Ablasschraube, verbleibt also immer eine kleine
Ölpfütze im Pumpensumpf. Und in genau diese
Ölpfütze ragt nun (zumindest teilweise) der in die
Ablaßschraube eingegossene Temperaturfühler.
So, und jetzt kommt der entscheidende Punkt: die
Förderleistung der Ölpumpe ist im Fahrbetrieb
nominell so hoch, das die gesamte Ölmenge von ca. 2,5 Liter
innerhalb von Minuten komplett im Motor umgewälzt wird!
Dadurch kann sich die Temperatur des Öls in Höhe der
Ablaßschraube nicht nennenswert von der Temperatur im
Öltank unterscheiden, da das Öl ja umgehend aus dem
Sumpf in den Tank gefördert wird - hmm, soweit klar ?

Und selbst wenn das
Öl im Tank um zwei, drei Grad abkühlt - was spielt
das schon für eine Rolle (siehe oben)?
Und das dem auch tatsächlich so ist, habe ich das
ganze mal nachgemessen: innerhalb der Messgenauigkeit der Instrumente
waren die gemessenen Öl-Temperaturen an der
Ablaßschraube UND im Öltank identisch !!!
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Achtung Öldruck!
...oder man kann nach einer Motorrevision eine böse
Überraschung erleben!
Die XT besitzt leider keinerlei Anzeigen / Warnleuten, die
über einen ausreichenden Öldruck wachen. Es
dürfte wohl jedem klar sein, was ein unzureichender
Öldruck für einen Motor bedeutet!
Zur
Funktionsprüfung des
Ölkreislaufes ist folgende Vorgehensweise nach einem
Ölwechsel bzw. einer Motorrevision üblich (und im
allgemeinen auch ausreichend): man entfernt die kleine
Entlüftungsschraube am Ölfilterdeckel und dreht den
Motor "manuell" durch: d.h. Zündung AUS (!), fleißig
auf dem Kickstarter rumturnen bzw. den Anlasser einen Augenblick orgeln
lassen. Und zwar solange, bis Öl an der Entlüftung
austritt (man erleichtert sich die Sache deutlich, wenn man die
Zündkerze vorher rausschraubt).
Damit erreicht/kontrolliert man vornehmlich drei Dinge:
- Kontrolle darüber, das die Ölpumpe
prinzipiell funktioniert
- das Öl-Rückschlagventil im Seitendeckel
nicht blockiert ist (zumindest in eine Richtung...) - Dank an Günter
Tichatzky für diesen Tip :-)
- Öl möglichst rasch durch die Steigleitung
im Zylinder zum Zylinderkopf gelangt (Schmierung von Nockenwelle,
Ventiltrieb, Steuerkette).
Diese Methode ist schonender als gleich den Motor laufen zu lassen und
beschert einen vor allen Dingen keine Sauerrei! (bei laufendem Motor
sprudelt das Öl hier nämlich plötzlich ganz
heftig raus!)
Das ganze ist - wie gesagt - die normal übliche Kontrolle und
hat sich sicher auch schon tausendfach bewährt, aber: ob der
Öldruck für den Dauer-Betrieb auch
wirklich
ausreicht kann man so nicht feststellen! - dazu Bedarf es einer
Öldruck-Messung.
(alten "Moppedcafe-Hasen" wird vieleicht
noch eine Darstellung an dieser Stelle in Erinnerung sein, wonach ein
Luftpolster zwischen Ölpumpe und Ventil verhindern soll, das
Öl in die Steigleitung gelangt. Nach reiflicher
Überlegung erscheint mir das nicht sehr plausibel, wenn man
die zuvor genannte Prozedur erfolgreich
durchgeführt hat: das Öl welches an der
Entlüftungsschraube austritt hat das Rückschlagventil
ja schon erfolgreich passiert! Aber: wer eine Ölpumpe
furztrocken einbaut braucht sich nicht wundern wenn diese dann kein
Öl fördert! Wichtig also ist, das man nach einer
Totalzerlegung des Motors bzw. der Ölpumpe diese vor dem
Einbau ordentlich einölt, dann steht i.d.R. auch schnell ein
ausreichender Öldruck an. Man könnte jetzt auf die
Idee kommen und Öl direkt in die Steigleitung im Zylinder mit
einer Spritze einzufüllen um die Nockenwelle schneller zu
schmieren - vergesst es! Die Arbeit kann man sich sparen, da das
Öl über diverse Bohrungen und Kanäle sofort
ins Kurbelgehäuse zurückläuft!)
Wie lange läuft ein Motor ohne Öl
bzw. wie empfindlich reagiert denn der Motor auf mangelnde
Schmierung/Öldruck?
Ganz ohne Öl (also trocken) ist natürlich Gift
für den Motor! Sofern man aber beim Zusammenbau nicht mit
Öl gegeizt hat und alle wichtigen Stellen/Lager reichlich
benetzt hat, kann so ein Motor schon erstaunlich lange (einige
Sekunden) laufen ohne
Probleme befürchten zu müssen (im Leerlauf und ohne
Belastung, natürlich!). Modernes Öl
hat erstaunliche Notlaufeigenschaften, wie ich 1993 in einem
"Selbstversuch" herausgefunden habe: bedingt durch einen Riß
im Zylinderfuß hatte mein alter Motor innerhalb
kürzester Zeit das gesamte Öl verloren!!
Man
mag es kaum glauben: ich bin mit Sozius, vollem Urlaubsgepäck
und leerem Öltank noch etwa 200km Autobahn
gefahren, ohne Kolbenfresser!!!
Natürlich hat sich
Motor gegen Ende dieser Tortur absolut nicht mehr gut
angehört, der hat gerasselt wie ein Sack Nüsse (was
mir aber zu diesem Zeitpunkt scheißegeal war, ich war
stinksauer). Dieser Motor liegt seit 1993 noch
ungeöffnet
im Schuppen...
Nach dieser doch recht interessanten Erfahrung sehe ich das relativ
gelassen ob nach einer Motorüberholung nun nach 5 oder erst
nach 10 Sekunden ausreichender Öldruck ansteht. Sofern man
beim Zusammenbau alles richtig gemacht hat, kommt auch
spätestens nach 10 Sekunden ordentlich Öl aus der
Entlüftungsbohrung! Ist dem nicht der Fall, sofort Motor aus!
Um größere Schweinereien mit austretendem
Öl zu vermeiden, empfehle ich dabei gleich die nachfolgend
beschriebene Öldruckmessvorichtung zu verwenden!
Seitenanfang
Öldruck messen - gewusst wie!
Glauben ist gut, Kontrolle ist besser - dieses Motto gilt in besonderem
Maße für den Öldruck. Warum? Weil ohne
ausreichenden Öldruck der Motor in kürzester Zeit
Schrott sein kann!
Der Öldruck soll laut Handbuch bei 1300 U/min
(Leerlauf) mindestens 0,13 bar betragen.
Hintergrund: Wer schon einmal einen Motor zerlegt hat, steht
häufig vor einem Dilema: die Ölpumpe in der Hand,
weist diese je nach Laufleistung und allgem. Zustand des Motors
(Getriebe ???) mehr oder weniger sicht- und fühlbaren
Verschleiß auf wie z.B. Riefen und Kratzer an den Rotoren.
Die Frage, ob man die Ölpumpe nun gegen eine neue austauscht
oder die "alte" wieder einbaut ist mehr so eine
"aus-dem-Bauch-Entscheidung" und hat Konsequenzen: entweder man geht
auf Nummer sicher und "opfert" 150.- € für
eine Neue (die
Ölpumpe gibt es nur als komplette Einheit,
Einzelteile gibt es nicht!) oder verwendet auf gut Glück die
alte weiter...
Um einen Weg aus diesem Dilema zu finden, habe ich mir folgende,
gradezu genial einfache Lösung ausgedacht:
- Man nehme eine hohlgeborte Schraube
(M5x30 oder besser M5x40 - zum Selbstbohren eignet sich eine
Kreuzschlitzschraube als Ausgangsmaterial sehr gut, da sich das
zentrieren des 2,5mm Bohreres damit einfacher gestaltet. Ein derart
langes und durchgehendes Loch mitten durch eine so kleine Schraube zu
bohren ist aber zugebenermaßen nicht ganz einfach...).
- Anschließend werden zwei Muttern auf diesem
Gewinde gegeneinander gekontert, so das ein Ende des Gewindes mit etwa
1cm übersteht (Den Schraubenkopf kann man nun
absägen, der wird nicht mehr gebraucht).
- Zum Messen schraubt man dieses Ende nun anstelle
der Belüftungsschraube in den Ölfilterdeckel!
- Auf das verbleibende Ende steckt (bzw. dreht) man nun einen
passenden, etwa 2m langen transparenten Schlauch (Aha! deshalb haben
wir also den Kopf abgesägt). Als Schlauch eignet sich z.B.
Silikonschlauch optimal, ein Stück PVC-Schlauch
(Aquarienhandel!!) geht aber genauso gut).
- Man hält diesen Schlauch nun möglichst
senkrecht nach oben und startet den Motor. Das Öl sollte nun mindestens
ca. 1,5m hoch in den Schlauch steigen, was dann etwa einem Druck von
0,13 bar entspricht.
- Nach meiner Erfahrung steigt das Öl sogar
ratz-fatz über die 2m hinaus
- Motor abstellen, ein paar Minuten warten, dann
läuft das Öl wieder komplett in den Motor
zurück.
Voila - fertig ist unsere Öldruckanzeige!
Nachfolgend einige Fotos vom Test am "lebenden Objekt" (Achim
vom Rat&Tat-Team):
|

|
| Der rote Kreis makiert die Mindeststeighöhe
von 1,5m... |
...und hier wird die Leitung angeschlossen |
Wichtig: natürlich sollten möglichst keine
Luftblasen im Öl stecken, die verfälschen sonst die
Messung!! Ferner sollte die Messung am betriebswarmen Motor erfolgen,
das Öl ist dann dünnflüssiger!
Warum? Weil die ganze Sache natürlich stark abhängig
ist von der Viskosität des Öls, mit
dickflüssigem Öl kann die Pumpe höheren
Druck aufbauen als bei dünnflüssigen (weniger
"Schlupf"), daher steigt der Pegel bei kaltem Öl
höher als bei heißem!
Mit Hilfe dieser Meßeinrichtung läßt sich
jederzeit sehr gut der Zustand der Ölpumpe
überprüfen - ein (Motor-)lebenswichtiges Bauteil! Im
übrigen läßt sich mit dieser Vorrichtung
auch recht elegant der Ölkreislauf entlüften (nach
einem Ölwechsel z.B.) ohne Gefahr dass einem die Sauerei
gleich um die Ohren spratzt...
Hintergrund: 10m Wassersäule entspricht 1bar Druck;
da die Dichte von Öl mit rund 0,9g/cm³ etwa 10%
"leichter" ist als die von Wasser, steigt das Öl also bei
einem bestimmten Druck etwa 10% höher als Wasser - 0,13 bar
entspricht daher also ca. 1,5m Öl-Steighöhe! - alles
klar??)
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