Dias abfotografieren – oder: der schnellste Weg zum
guten
Digibild
Erstellt am 06.02.2006 - aktuelle Version: 2.2 vom 16.06.2009 © Andreas Ludwig
Ziel: ein
großes Diaarchiv in guter
Qualität schnell und preiswert digitalisieren - durch abfotografieren.
Problem:
Dias. Jede Menge Dias. Tausende. Und dazu noch in versch.
Rähmchen. Die meisten auch noch gute, alte Kodachrome KR64 und
KL200, die als besonders kritisch zu scannen gelten. Mit den
üblichen Hobby-Filmscannern eine kaum vernünftig zu
bewältigende Aufgabe.
Kleines Vorwort: Dieser
Artikel ist etwas ausführlicher geraten und textreich
- aber es lohnt sich "durchzuhalten", weil die 15min für
diesen Artikel nix sind im Vergleich zu der Zeit die man mit
Fehlversuchen verplempern kann...
Für ungeduldige hier eine kurze Vorab-Zusammenfassung in Stichpunkten:
- benötigt wird eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit hochwertigem Macroobjektiv
- ein alter Diaprojektor mit automatischem Magazintransport (ohne Objektiv)
- penibele planparallele Ausrichtung von Kamera, Objektiv, Projektor
- manuelle oder AF-Scharfstellung an der DSLR (geht beides)
- manuelle Belichtungseinstellung (für "Exposure to the right"!)
- manueller Weisabgleich bzw. Einstellung der Farbtemperatur
- RAW-Format verwenden
- Software zum Entwicklen oder Extrahieren der JPGs aus den RAW-Dateien
- Software zum nachträglichen vertikalen Spiegeln der JPGs (z.B. IrfanView)
Grundlagen und Vorbereitung
Klassisch:
Erste Erfahrungen sammelte ich mit einem "Acer Scanwit
2940" Film- und Diascanner. Der schafft bis zu 2700DPI, bietet
48-Bit-Unterstützung, beherrscht ICE (autom. Staub- und
Kratzerentfernung), ist für einen Scanner dieser Art seeehr
schnell und leise und war mit rund DM900 (450EUR) auch noch bezahlbar.
Dieser Scanner wurde vor längerer Zeit in der Computerzeitschrift "c´t"
mal als Empfehlung getestet. Die Bildqualität der Scanns, die
sich mit diesem Gerät erreichen läßt, ist
gut und genügt durchaus auch gehobeneren Ansprüchen.
Klar gibt es noch bessere Scanner. Die Kosten dann aber auch ein
mehrfaches...
Ein baugleiches Gerät wurde später übrigens
u.a. von Benq, anstelle von Acer, vertrieben.
Hauptnachteil dieses Gerätes sind die etwas billigen
Plastikhalter für die Dias (bis zu vier gleichzeitig) bzw.
Negative (Sechserstreifen), die schnell zu Bruch gehen können
(insbesondere die kleinen Klemmen, die die Diarahmen im Halter
fixieren).
Der
größte Nachteil solcher Scanner
allgemein ist
jedoch: man muss jedes Dia in die Hand nehmen und einzeln in den Halter
stecken - zur Digitalisierung größerer
Diabestände taugt eine solche Lösung bei noch
vertretbaren Zeit- und Arbeitsaufwand also definitiv nicht!
Lösung?
Ein Gerät, welches am besten die Dias
Stapelweise in den üblichen Magazinen frisst! Der Nachteil:
die Scanner, die zumindest die Stapelverarbeitung beherrschen, kosten
entweder richtig viel Geld (Nikon, Canon) oder sind/waren noch nicht
ausgereift genug (wie z.B. Braun/Kindermann DigitDia 2000). Ferner
dauert auch bei diesen Dingern das Scannen noch recht lange!
Lösung!
Ein Artikel in der Computerzeitung "c´t"
(http://www.heise.de/ct/03/12/148/ sowie erneut in der c´t
Ausgabe 3/2006) brachte die richtige Idee:
ein umgebauter Diaprojektor
ohne Objektiv automatisiert den Diatransport, während man z.B.
mit einer guten DSLR durch die Objektivbühne das beleuchtete
Dia abfotografiert!
Die Idee ist brillant - nur die technische Umsetzung, wie in den
Artikeln beschrieben, ließ leider einige wichtige Fragen
unbeantwortet bzw. war nicht optimal durchdacht - einige Beispiele
hierzu:
- Projektorlampe: Die
helle (und heiße!) 150- bis
250W-Projektor-Lampe soll nach Empfehlung durch z.B. ein 20W-Exemplar
getauscht werden - nun versucht doch mal eine 20W-Halogen-Birne
aufzutreiben, die mit den bei Projektoren üblichen
24V(!!)-Stiftsockel verwendet werden kann. Fehlanzeige!
Ich habe daher die 150W-Birne von meinem alten Braun Novamat einfach
drin gelassen, das geht einwandfrei! Ein Lampentausch ist also
definitiv nicht notwendig.
- Wärmeschutzfilter:
Die c´t empfiehlt, das
Wärmeschutzfilter zu entfernen - warum das
überhaupt (auch bei Einbau einer schwächeren Birne)
sinnvoll sein soll ist mir schleierhaft (in der aktuellen c´t
wird das Thema wieder aufgegriffen, über einen
käuflichen Umrüstsatz berichtet und auf dem
Beispielbild ist das Wärmeschutzfilter nämlich
ebenfalls entfernt worden).
Wichtig ist, das
Wärmeschutzfilter eben nicht
zu entfernen. Wir wollen das Dia beleuchten und nicht grillen...
Für eine möglichst gleichmäßige,
diffuse Ausleuchtung des Dias werden
sämtliche Linsenelemente
(Kondensorlinse und ggf. Korrekturlinse)
aus dem Projektor
entfernt
(um Hotspots zu vermeiden) und zwischen Wärmeschutzfilter und
Diabühne eine passende Opalscheibe eingesetzt (siehe Bild).
Geeignet ist dazu z.B.
einfach eine übliche Milch-Plexiglasplatte, passend
zurechtgesägt (ca. 5x5 cm). Diese
Opalscheibe
sollte möglichst
frei von Kratzern und Flecken sein und möglichst weit von der
Diabühne nahe am Wärmeschutzfilter eingesetzt werden,
sonst leidet u.U. später das Bildergebnis! Für eine
optimale Kühlung und Wärmeabfuhr sollte man aber
unbedingt darauf achten, zwischen Wärmeschutzfilter und
Opalscheibe noch ca.5 mm Abstand einzuhalten.
Wegen der dennoch nicht unerheblichen Wärmeentwicklung ist
von der Verwendung von Papier als "Opalscheibe" abzuraten; bei Vorversuchen
verfärbte sich das Papier schon nach recht kurzer Zeit gelb-braun! Neben der Brandgefahr sieht man
die Einfärbung später auch sehr deutlich auf den
Digifotos!

Bild 1: Blick in den Lampenschacht des umgerüsteten Braun
Novamat - Gelber Kreis: 150W-Halogenlampe, grünes Oval:
Wärmeschutzfilter, rotes Oval: Opalscheibe (Plexiglas)
Bild 2 zeigt den provisorischen Kopierstand – Kamera auf
Stativ mit dem Tokina AT-X 90mm MAKRO am Pentax-Balgengerät.
Ein großer Vorteil ist der Makroschlitten am
Balgengerät, welcher die Scharfeinstellung ungemein
erleichtert.
Nachtrag: inzwischen
verwende ich ein Tamron SP AF 90mm F/2,8 Di MACRO 1:1 - bei diesem
Objektiv ist direkt eine formatfüllende Abbildung 1:1 auch ohne Balgengerät / Zwischenringe am
APS-C Sensor möglich.
Objektiv betrachtet
Die Frage nach dem optimalen Objektiv ist schnell
beantwortet: ein Macro-Objektiv ab 90mm Brennweite aufwärts
(bei kürzeren Brennweiten kommt man u.U. nicht mehr nah genaug
ans Dia ran!!) welches möglichst direkt (ohne Extender) auf
einen Abbildungsmaßstab von 1:1 kommt. Mit solchen
Hochleistungsobjektiven lassen sich die besten Ergebnisse erzielen.
(Im Internet , z.B. auf YouTube, kann man
als abschreckendes Beispiel z.T. sehr abenteuerliche Konstruktionen
bewundern - z.B. uralte Zoomobjektive, die mit Telekonverter
und
Macro-Extendern "vergewaltigt" werden - die damit erzielbare
Bildqualität ist nach aller Erfahrung derart grottenschlecht,
dass es schlicht schade um die vergeudete Zeit & Mühe
ist!)
Zeit & Blende
Der wesentliche Vorteil der 150W-Lampe gegenüber einer
schwächeren Lampe wird schnell offensichtlich: bei einer 1:1
Reproduktion (90mm Makroobjektiv am Balgengerät) sind
bei Blende 8-11 und ISO200 noch 1/60sec. Belichtungszeit m;glich. Damit kann
man (Montage der Kameramimik auf einem stabilen Stativ vorrausgesetzt)
weitgehend verwacklungsfrei auch ohne Spiegelvorauslösung - und damit
sehr zügig - arbeiten.
Weißabgleich
Im c´t-Artikel wird empfohlen, einen
Weißabgleich ohne Dia in der Bild-Bühne
durchzuführen...
Hmm, das ist eigentlich Unfug: Diafilme sind nämlich in
der Farbgebung i.a. eben genau darauf abgestimmt, mit einem
Diaprojektor projiziert zu werden. Will heißen mit einem
Abgleich auf die Halogenlampe, zumindest mit 3400K, schießt
man u.U. übers Ziel hinaus und die Bilder werden zu
kühl oder gar blaustichig! Ferner gibt es von
Dia-Film
zu Dia-Film, nicht nur zwischen verschiedenen Marken sondern auch
innerhalb einer Filmfamilie bzw. -Sorte (!), merkliche Unterschiede in
der Farbwiedergabe. Der Grund hierfür sind zum einen
Schwankungen bei der Filmherstellung selbst (Emulsion),
unterschiedliche Alterung/Lagerung (besonders bei Nicht-Profi-Material)
sowie bei der Entwicklung.
Die besten (visuell gefälligsten) Ergebnisse konnte ich erzielen
mit einer
manuellen
Einstellung des Weisabgleichs (Farbtemperatur) auf
Tageslicht (sic!)
oder, je nach Filmzustand, auch von ca. 4.000 - 5.500 K.
RAW oder JPG?
Womit wir gleich zur nächsten Frage
kommen:
In RAW oder JPG digitalisieren? Generell empfiehlt es sich im
RAW-Format
zu digitalisieren - dann kann man die Farbtemperatur sehr
elegant anhand eines geeigneten Bildes aus der Serie im Nachhinein
blockweise per Augenschein optimieren. Bei meinen bisherigen Dias waren
die Ergebnisse i.a. - wie schon erwähnt - am
gefälligsten mit Farbtemperaturen
zwischen ca. 4.000K und 5.500K (Tageslicht). Über die weiteren
Vorteile des RAW-Formates gegenüber JPG (Stichwort Farbtiefe
und Dichteumfang), die für die Digitalisierung von Dias
genauso gelten wie für die "normale" Fotografie, brauchen wir uns
hier nicht weiter auslassen, das kann man an anderer Stelle im Web
ausführlich genug nachlesen.
Belichtung -
Grundsätzliches & ein bischen Theorie
Die Belichtung ist ein ganz wichtiger Punkt, hier kann man viel
Qualität verschenken!
Zunächst hilft es, vorher erst ein klein wenig
nachzudenken... ;-)
Die
Bildhelligkeit des Dias ist durch die Halogenlampe absolut begrenzt
und erreicht in hellsten/überbelichteten Bildstellen (= klarer
Film) das absolute Maximum. Heller geht einfach nicht.
Am anderen Ende der Skala steht ein
völlig schwarzes Dia, welches aber nicht wirklich schwarz ist,
sondern immer noch mehr (übliche E6-Filme) oder weniger
(Kodachrome) Restlicht passieren lässt, also nur ein mehr oder
weniger dunkles grau darstellt.
Dies ist der maximale Dia-Kontrast,
genau diesen gilt es möglichst verlustfrei zu erfassen!
Soweit alles klar?
Analog -
Wer viel Erfahrung mit der Projektion von Dias hat weis, dass ein guter
und heller Projektor aus einem Dia stets alles(!) rausholt, was an
Zeichnung drinnsteckt. ABER: abhängig von der
Projektionsentfernung (Bildgröße) und vor allem dem
Restlicht im
Vorführraum nimmt der Zuschauer Zeichnung in den tiefsten
tiefen eines Dias erst ab einer gewissen Schwelle auf der Leinwand
überhaupt wahr! Genau das ist der Maßstab, an dem
sich unsere Digifotos messen lassen müssen.
Digital -
Entwarnung: bei meinem Versuchen habe ich festgestellt, das sich der
maximal mögliche Kontrastumfang eines Dias mit der Pentax
istDS mit einer einzigen RAW-Aufnahme vollständig abbilden
lässt! Siehe hierzu auch die Beispielbilder weiter unten.
Einstellungssache
& maximaler Kontrast
Wir stellen also unsere Kamera auf
manuelle
Belichtung "M" und
wählen bei vorgegebener Blende und ISO die Belichtungszeit so,
das bei Belichtung auf die nackte Opalscheibe ohne Dia gerade
so
keine
"echte" Überbelichtung auftritt! (bei der
Pentax istDS z.B.
bedeutet das den
Licht-Peak im Histogramm so dicht wie möglich am rechten Rand
zu platzieren. Besonders hilfreich sind hierfür auch einblendbare Hotspotwarnungen einiger Kameramodelle). Dieses
vorgehen ist in der Fotofachwelt auch unter dem Begriff
"Exposure to the right"
bekannt.
Mit dieser Grundeinstellung können nun
alle Dias
digitalisiert
werden! Dadurch stellen wir sicher, das wir stets mit dem
maximal
möglichen Dynamikumfang unsere Dias
digitalisieren, ohne jedes
Bild einzeln einmessen zu müssen.
Wie schon erwähnt, haben meine Versuche nämlich
gezeigt, das sich selbst der brutalst mögliche Kontrastumfang
eines Dias auf diese Weise noch vollständig mit der istDS
erfassen läßt (z.B. Sonne direkt im Bild zusammen
mit Schlagschatten mit minimaler Restzeichnung)!! Dazu
sei noch angemerkt, dass das „Schwarz“ eines
Kodachromedias im Gegensatz zu allen(?) anderen E6-Diafilmen wirklich
nahezu schwarz ist, also eine sichtbar höhere Dichte aufweist
- und somit den höchsten darstellbaren Kontrast aller
Diafilme! Wenn es also mit nem KR64 oder KL200 geht, dürfte es
mit anderen Filmen erst recht funktionieren – was es auch
tut... ;-))
Diese vorgehensweise kann aber zunächst bei manchen Dias zu
sehr, sehr hellen Bildern führen. Daher wird die
"Feinregelung" der Belichtung (sprich eine visuell gefällige,
"richtige" Belichtung bzw. Bildhelligkeit) später ggf. bequem
bei der
RAW-Entwicklung durchgeführt. So bekommt man auch
über- oder
unterbelichtete Dias recht problemlos in den Griff.
Bei
wirklich extremen Kontrasten kann sich eine weitere, interessante
Optimierungsvariante durch das sog. "DRI" ergeben, um bei solch
besonders
kontrastreichen Dias vielleicht noch etwas mehr Qualität
rauszukitzeln zu können.
Optimale Blende
Wegen der unvermeidlichen Bildwölbung
ungeglast gerahmter Dias ist das Scharfstellen eine kniffelige
Angelegenheit und muss daher während einer Aufnahmeserie
häufiger bei offener Blende nachkontrolliert werden! Zur
Digitalisierung selbst blendet man das Objektiv auf Werte von ca. F11
ab,
der meiner Ansicht nach beste Kompromiss aus Tiefenschärfe
(wegen Wölbung), optischer Leistung und Belichtungszeit -
deutlich weiteres Abblenden dürfte wegen der zunehmenden
Beugungsunschärfe kaum sinnvoll sein.
Bei meinem Aufbau
erreiche ich dabei Belichtungszeiten von 1/30 – 1/60 sec. Bei
ISO200.
Die Bildwölbung der Dias ist auch der Hauptgrund, warum man
zum Randbereich hin mit Abstrichen in Bezug auf
Schärfe/Auflösung rechnen muss und ist gleichzeitig
das größte Qualitäts-Problem bei dieser Art
der Digitalisierung.
Manuelle Scharfstellung
oder doch besser den AF verwenden?
Nun, das hängt auch entscheidend davon ab, wie
zuverlässig der AF hier arbeitet, auch im Hinblick auf die
mehr
oder weniger ausgeprägte Wölbung der Dias. Am besten
ist es
einige
Vorversuche zu machen sowohl mit manueller Einstellung als auch AF und
dann zu schauen, wo die besseren Resultate bei rauskommen.
Beides funktioniert i.d.R. gut.
Vignettierung:
Davon wird immer wieder berichtet und scheint offenbar
von verwendeten Projektor bzw. der Art des "Umbaus" abhängig
zu sein. Bei meinem Novamat jedenfalls kann ich keine besonders
auffällige Vignettierung beobachten.
Vieleicht liegt es in den berichteten Fällen aber auch daran,
dass einige die Kondensorlinsen nicht entfernt haben, was zu einer
deutlich stärkeren Bündelung des Lichtes
führt! Sollte trotz entfernter Linsen eine sichtbare
Vignettierung auftreten, kann man versuchsweise auch einmal die
dünnere Korrekturlinse (nicht die dicke Kondensorlinse!)
andersrum einsetzten.
Sollte das nicht helfen, kann man sich
event. auch mit einer digitalen Korrekturmaske
(„Negativmaske“) behelfen: Foto
ohne Dia machen, dann Bild invertieren, Maske erstellen und
per EBV anwenden.
Alternativ kann man (innerhalb gewisser Grenzen) auch bei der
RAW-Entwicklung eine event. vorhandene, störende Vignettierung
reduzieren.
Durchführung
Show-Down - Vorbereitung
der Dias
Zuerst sollte man die Dias ggf. noch von Staub und Fusseln befreien
(z.B. mit Druckluft), dass vermeidet unnötig
aufwändige Retuschen später.
Die Dias sind in den Magazinen
üblicherweise auf dem Kopf stehend und beim Abfotografieren
zusätzlich noch seitenverkehrt(!). Ferner sind ggf. auch noch
mehr oder weniger häufig Hochformataufnahmen darunter.
Man müsste also eigentlich jedes Dia vor dem Digitalisieren
zweimal drehen (seitenrichtig und auf die Füße),
damit es hinterher auf den Digifotos stimmt.
Damit würden wir aber sehr viel Arbeit zusätzlich
haben. Kurz: wir lassen es erst mal so wie es ist. Sowohl das
Seitenrichtig-Drehen als auch auf die Füße stellen
wird später ganz bequem mit Software per
Stapel- bzw. Batchverarbeitung erledigt!
Bei Hochformatbildern kann man sich zwischen drei Varianten
entscheiden:
1) man dreht die Dias
vorher um 90°
2) man macht einen
zweiten Durchgang mit vertikal ausgerichteter Kamera
3) man benutzt den
Dialift, um ein Dia erst unmittelbar vor der
Aufnahme zu drehen
Ich verwende gerne Methode 3), das geht sehr flott
und einfach. Ferner ist das Abfotografieren derart schnell, dass
man bei der
Pentax istDS
eh häufiger warten muss, bis der Kamerapuffer
die Bilddateien auf die Karte geschrieben hat! Da sind die kleinen
Zwangspausen durch das Drehen der
Hochformatbilder der ideale Pausenfüller... ;-))
Justieren und Ausrichten
der Kamera
Hier ist etwas Fingerspitzengefühl
gefragt, von einer sorgfältigen Ausrichtung der Kamera und
Objektiv hängt wesentlich unser späteres Ergebnis ab.
Als sehr hilfreich für die Einstellung und Ausrichtung
erweisen sich spezielle Einstelldias, welche man für
Dia-Überblendprojektionen verwendet.
Die endgültige Scharfstellung erfolgt aber auf jeden Fall an
einem Original-Dia! Auch gilt es, die Schärfe
regelmäßig zu kontrollieren, insbesondere auch dann
wenn sich die Rahmensorte ändert!! Die Wölbung
glaslos gerahmter Dias ist nie wirklich identisch, so dass es auch
innerhalb einer kleinen Serie Unterschiede in der Fokuslage geben kann.
Ferner neigen solche Dias in der Projektion bekanntlich zum
„Ploppen“, sobald sie sich im Projektor
erwärmen (Der Autofokus modernerer Projektoren hilft hier
übrigens nicht, weil dieser normalerweise nur die
Objektivaufnahme des
Projektors - und nicht die Diabühne - verschiebt und diese
keinen Einfluß auf unsere
Anordnung hat). Hier ist noch anzumerken, dass bei der hohen
Geschwindigkeit und dementsprechend kurzen Standzeit der Dias diese sich
kaum erwärmen und entsprechend nur eine geringe Ploppneigung entwicklen.
Erfahrungen mit hinter Glas gerahmten Dias habe ich
persönlich übrigens keine, bisher habe ich nur glaslose verarbeitet.
Ein nerviges Problem beim Festlegen des richtigen 1:1
Abbildungsmaßstabes ist einerseits der Sucher der istDS:
dieser zeigt nämlich nur ca. 92% des tatsächlichen
Bildes an. Das führt schnell dazu, das man einen Teil des
Diarahmens gleich mit fotografiert, obwohl im Sucher davon nix zu sehen
war. Weiterhin gibt es auch bei den verwendeten Diarahmen selbst z.T.
deutliche Unterschiede in der Größe des
Bildausschnitts, je nach Hersteller.
Trotz aller Sorgfalt kann es also immer wieder vorkommen, dass Teile
des Diarahmens mit abfotografiert werden, wenn man das Dia
möglichst vollständig erfassen will. Das ist aber
nicht weiter schlimm, weil wir bei der RAW-Entwicklung die Bilder
nämlich ganz bequem Stapelweise zurechtschneiden
können.
Nachbearbeitung
Die RAW-Dateien werden bei der Entwicklung, sofern noch auf dem Kopf
stehend und seitenverkehrt, vertikal(!) gespiegelt, nach Bedarf /
Geschmack in Bezug auf
Farbtemperatur, Sättigung und Belichtung optimiert sowie ggf.
weitere Korrekturen wie Vignettierung und Beschnitt eingestellt. Falls
die RAW-Software keine vertikale Spiegelung anbietet, müssen
die Bilder in zwei Schritten verarbeitet werden:
- zunächst als (hochwertige) Zwischenbilder
verarbeiten und
speichern (z.B. als TIF oder JPG in hoher Qualität). Ich habe
mir hierzu eigens einen Ordner „Seitenverkehrt“
angelegt.
- diese Zwischenbilder werden dann vollautomatisch via
Batchverarbeitung mit einem Bildbearbeitungsprogramm geöffnet,
vertikal gespiegelt und in einem anderen (Archiv-)Ordner gespeichert.
Einige Programme (wie
z.B. das kostenlose IrfanView) erlauben diese vertikale
Spiegelung
auch
als verlustfreie
JPG-Operation
stapelweise auszuführen! Dann kann man ggf. auf
eine vorherige Spiegelung in der RAW-Software verzichten.
Ferner können bei dieser Gelegenheit natürlich noch
weitere
Optimierungen automatisch auf die Bilder angewendet werden, wie z.B.
entrauschen, nachschärfen etc. (diese sind dann aber
logischerweise nicht verlustfrei ;-)
Nach einer kurzen Endkontrolle der fertigen Bilddateien werden die
Zwischenbilder im Ordner „Seitenverkehrt“
gelöscht.
Um so Dinge wie Staub-/Kratzer-/Fusselentfernung beschäftige
ich mich erst bei konkretem Bedarf am fertigen Bild.
Ein extrem schneller - und für die meisten Fälle qualitativ ausreichender - Weg zum fertigen JPG sieht so aus:
- Aus den RAW-Dateien die eingebetteten JPG-Vorschaubilder mit
einem kleine Softwaretool ("pef2jpg") in einem Rutsch extrahieren (die
Qualität dieser Vorschaubilder entspricht bei der istDS der
mitteleren, **JPG-Qualitätseinstellung)
- verlustfreies Spiegeln der JPG-Dateien batchweise mit IrfanView - fertig!
Sollte später einmal tatsächlich ein besonders
gelungenes Bild weiterverarbeitet werden, kann man bei Bedarf die
RAW-Datei immer noch einer individuellen Behandlung / Entwicklung
unterziehen.
Fazit
Die erreichbare Qualität durch Abfotografieren ist
erstaunlich gut. Sie ist so gut, das die limitierenden Faktoren
wesentlich nur von der verwendeten Kamera und dessen Objektiv bestimmt
wird!
Die Auflösung ist bei einer 6-Mpix-Kamera wie der *istDS
in etwa äquivalent zu einem Scan mit 2.000dpi (bei
Maßstab 1:1). Der Kontrastumfang von Dias kann ohne
Klimmzüge zu 100% erfasst werden. Die Geschwindigkeit ist
phänomenal und wird derzeit noch zum großen Teil
schlicht von der Bildpufferkapazität / Schreibgeschwindigkeit
auf die Speicherkarte der verwendeten Kamera (hier mit der istDS)
begrenzt! 100 Dias lassen sich so in nur wenigen Minuten hochwertig
digitalisieren. Die anschließenden Verarbeitungsschritte am
PC dauern zwar u.U. länger, lassen sich aber weitgehend und
problemlos automatisieren.
Der Gesamtzeitbedarf für 100 Dias liegt bei etwa 1 Stunde
(inkl. Stapel-Endverarbeitung mit Bildbearbeitungssoftware) - bei
Anwendung der Schnellmethode (mit der JPG-Extraktion und
automatisiertem spiegeln mit IrfanView) keine 15 min.
Mit den 2007/2008 aktuellen 10 - 14 MP-DSLRs dürfte eine
derart
hohe Bildqualität erzielbar sein, dass selbst allerfeinste
Bilddetails in den Dias mehr als ausreichend erfasst werden
können. Ansonsten hilft nur noch professionell scannen lassen.
Bildbeispiele
Genug geschwätzt, jetzt gibt’s ein paar konkrete
Bilder
;-))
Für die nachfolgenden Bildbeispiele habe ich bewusst sehr
schwierige Dias ausgewählt (alles Kodachrome 64 und 200) mit
extremen
Kontrasten und feinen Farbverläufen und feinsten Details. Die
farblichen Unterschiede dürften mehr in der Software und
meiner Arbeitsweise (hauptsächlich des DiaScanners)
begründet liegen als in den Geräten selbst.
Interessant ist jedenfalls, dass ich mit abfotografieren weit schneller
auch zu farblich guten (d.h. stimmigen und dem Dia entsprechenden)
Resultaten gelange wie mit dem DiaScanner.
Jeweils klicken für
größeres Bild oder Auschnitt.
Gescannt mit Diascanner
ACER ScanWit-2740 ICE
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Abfotografiert mit PENTAX *istDS
und
Tokina AT-X 90mm MACRO
am
PENTAX Balgengerät (60mm Auszug)
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Bei
dieser
Makroaufnahme (auf Kodachrome 200) macht sich im direkten Vergleich
die Bildwölbung des abfotografierten Bildes bemerkbar, zu
erkennen an dem
leichten Schärfeverlust im Randbereich (rechtes Bild). Hier
kann der DiaScanner
(links) durch seine größere Schärfetiefe
glänzen. Hier noch Ausschnitte
(100%-Crop) vom Diascanner
und fotografiert.
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Das
Bild vom Baum
im Gegenlicht ist ein sehr schwieriges Motiv, weil das Dia selbst recht
dunkel ist. Verblüffend ist
die gute (gefälligere) Farbdarstellung des abfotografierten
(rechten) Bildes im Vergleich zum DiaScanner (links).
Die „Vignettierung“ ist in erster Linie auf die
Verwendung eines Polfilters während der Aufnahme
zurück zu
führen.
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Bei
diesem Bild
kommt es mir
auf eine möglichst farbrichtige
Darstellung des Sandes an sowie einem sauberen Farbverlauf im Himmel
an. Die
feinen Holzstrukturen werden beim DiaScanner
erwartungsgemäß ein wenig besser
aufgelöst, wobei der Unterschied sehr gering
ausfällt. Die „Vignettierung“ ist in
erster Linie auf die
Verwendung
eines Polfilters während der Aufnahme zurück zu
führen.
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Am
Beispiel des
Schildes im rechten Vordergrund kann man gut
die Auflösung/Schärfe-Leistung der beiden
Digitalisierungsvarianten
vergleichen - Ausschnitte jeweils 100%-Crop: DiaScanner
und abfotografiert
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Ein
Beispiel
für brutalst möglichen DiaKontrast. Hier zeigt
sich das abfotografierte Bild (rechts) in der
Kontrastbewältigung gegenüber dem
Scanner als deutlich überlegen! Die RAW-Datei habe ich im
Konverter um -1,5LW
korrigiert um den Lichthof um die Sonne nicht zu groß werden
zu lassen.
Anschließend habe ich mit „Schatten
verstärken“ um 15% die Zeichnung im dunklen
Hintergrund noch weiter ausgearbeitet. Mehr ist auch auf dem
(sehr dunklen)
Dia mit der Lupe nicht zu erkennen! (Möglicherweise
ließe sich aus der
Scannerhardware mit einer besseren Software (wie z.B. Silverfast) noch
mehr
rausholen, diesen Versuch muss ich mangels Software leider schuldig
bleiben.)
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Hier noch mal ein Bild aus dem selben RAW-File mit +3LW
überbelichtet um zu zeigen, was
in der RAW-Datei „drinnsteckt“ - an diesem Beispiel
zeigt sich deutlich der Vorteil einer RAW-Datei, man hat einfach mehr
Spielraum für Optimierungen |

Nette Worte & Anregungen sind gerne erwünscht:

